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Öl- und Gasindustrie will keinen festen Energiemix (18.02.2010)

Hannover - Die Öl- und Gasindustrie hat die Bundesregierung vor der Festschreibung eines Energiemixes gewarnt und zugleich eine niedrigere Förderabgabe und leichteren Zugang zu Reserven gefordert. Im Ringen um ein nationales Energiekonzept konzentriere sich die Regierung zu sehr auf Atomkraft und erneuerbare Energien, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbande Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen am Donnerstag in Hannover.

Bild: Pixelo/jurecDabei stellten Öl und Gas mehr als die Hälfte der Energieversorgung sicher. Statt fester Quoten seien verlässliche Rahmenbedingungen auch zum Klimaschutz nötig sowie ein Wettbewerb der Energieträger. «Der Staat hat nicht die Fähigkeit zu bestimmen, was in den nächsten 20 Jahren der beste Energiemix ist.»

Damit Deutschlands Öl- und Gasversorgung auch künftig nicht von wenigen Lieferanten im Ausland abhängig werde, müssten die Unternehmen in Deutschland leichteren Zugang zu Reserven erhalten. Der Umweltschutz bei Förderprojekten in Naturschutzgebieten müsse gegen die Belange der Versorgung abgewogen werden, meinte Kalkoffen. «Wichtig ist, dass die Energiepolitik der Regierung Investitionen fördert und nicht hemmt.» Wegen der Erschöpfung der Felder sei die Förderung von Öl und Gas in Deutschland seit Jahren rückläufig, allerdings schlummerten vor allem in Norddeutschland noch Reserven. Im vergangenen Jahr gab es 30 Probebohrungen - mehr als die Hälfte war erfolgreich. Mit der inländischen Förderung deckten die Unternehmen 3 Prozent des Öl- und 15 Prozent des deutschen Gasverbrauchs ab.

Ihre inländischen Förderprojekte sieht die Branche wegen gesunkener Öl- und Gaspreise und steigender Kosten für den wachsenden technischen Aufwand unter Druck. Die Förderabgabe, die 2009 bei 36 Prozent lag, müsse «substanziell» gesenkt werden, forderte Kalkoffen. «Sonst passiert wie schon in der Vergangenheit, dass Investitionen im Ausland getätigt werden.» Von den 2009 von den deutschen Branchen- Unternehmen vorgenommenen Investitionen von rund zwei Milliarden Euro flossen 440 Millionen Euro ins Inland. Bei ihren Auslandsaktivitäten lobte die Branche die zunehmende Unterstützung durch die Bundesregierung und deren Außenpolitik. Investiert wurde unter anderem in Russland.

Trotz des harten Winters und dem damit größeren Gasverbrauch rechnet der Branchenverband mit einem weiteren Absacken des Gaspreises wegen des bestehenden Überangebots. «Das kann dazu führen, dass einige Mitgliedsunternehmen im Sommer die Produktion einstellen, weil sie nicht mehr rentabel ist», sagte Kalkoffen.


Quelle: dpa



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