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Solarbranche fürchtet um Wettbewerbsposition (31.05.2010)

München - Die deutsche Solarwirtschaft sorgt sich wegen der anstehenden Förderkürzungen um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. «Die Solarbranche in Deutschland hat sich sehr erfolgreich entwickelt. Jetzt müssen wir absichern, was wir geschaffen haben», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Rückführung der Förderprogramme müsse sich an der Technologieentwicklung orientieren und Augenmaß bewahren, auch damit die Unternehmen weitere notwendige Investitionen in Forschung und Entwicklung tätigen könnten.

Bild: Pixelio/kladuDas laufende Jahr dürfte der Branche zwar noch einmal ein kräftiges Wachstum bringen, die künftige Entwicklung sei wegen der drohenden Kappung der Einspeisevergütungen und harter internationaler Konkurrenz jedoch schwer absehbar. An diesem Freitag (4. Juni) kommen die Kürzungspläne im Bundesrat auf den Tisch. Die Länderkammer könnte noch einmal einen Versuch unternehmen, die Pläne aufzuhalten. «Wir sehen Indizien, dass die Mehrheit der Bundesländer unsere Einschätzung teilt, dass die Förderkürzungen in der Summe zu hoch sind», sagte Körnig. Der Bundesrat habe bereits signalisiert, dass er «mit hoher Wahrscheinlichkeit» den Vermittlungsausschuss anrufen werde.

In der darauffolgenden Woche dürfte das Thema dann bei der weltgrößten Branchenmesse Intersolar (9. bis 11. Juni) in München weiter heiß diskutiert werden. Für 2010 prognostizierte Körnig ein zweistelliges prozentuales Marktwachstum in Deutschland. Viele Kunden setzten sich derzeit noch rasch eine Solaranlage aufs Dach, um von den bisherigen Fördersätzen profitieren zu können.

«Wir haben Vorzieh-Effekte, deshalb sind die Auftragsbücher momentan voll», sagte Körnig. Welche Auswirkungen allerdings die erste Kürzungsstufe zum 1. Juli haben werde, lasse sich kaum abschätzen. Dabei soll die Förderung von Solarstrom aus Anlagen auf Dächern um 11 bis 16 Prozent gekappt werden. Eine weitere Kürzung ist zudem zum Jahresbeginn 2011 geplant.

Weltweit drängten derzeit neue Hersteller auf den Markt, allen voran aus China. Die dortigen Unternehmen profitierten von niedrigeren Lohnkosten, geringeren Sozial- und Umweltstandards, von günstigen staatlichen Förderkrediten und «von der unterbewerteten chinesischen Währung», sagte Körnig. Auch deshalb dürfe die deutsche Politik bei Fördereinschnitten nicht zu hart rangehen. «Sonst erreicht man das, was man nicht erreichen will, nämlich dass sich der Wertschöpfungsanteil deutscher Produzenten zugunsten asiatischer Wettbewerber verschiebt.»

Schon seit längerem bekommt die Branche in Deutschland einen Preisverfall zu spüren und hat vor dem Verlust tausender Arbeitsplätze gewarnt. Derzeit sind in der Photovoltaik- Branche, also im Geschäft mit der Stromerzeugung über Sonnenenergie, deutschlandweit rund 60 000 Menschen beschäftigt. Der kleinere Bereich Solarthermie (Wärmeerzeugung über Sonnenenergie) hat aktuell rund 20 000 Beschäftigte in Deutschland.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) verteidigte indessen die Kürzung der Solarförderung als sinnvoll und notwendig. Dass die Einspeisevergütung für Solarstrom zurückgehe, sei als Ausdruck des Erfolges der Technologie zu sehen, sagte Röttgen am Montag bei der Eröffnung eines neuen Werks des Photovoltaik-Unternehmens Solarworld in Freiberg (Sachsen). Solarenergie sei eine Erfolgsgeschichte, die Zahl der Anlagen gestiegen, der Preis dafür gefallen. «Darauf muss die staatliche Förderung reagieren», betonte er. Sie müsse sich an den Renditen und Preisen orientieren. «Das ist eine Philosophie der Markteinführung - keine Dauersubvention.

Quelle: dpa

Lesen Sie auch: Solarbranche zwischen Bangen und Hoffen (hier)

 


 



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