Der Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU), sagte am Dienstag: «Wenn es zu einer Verlängerung von Laufzeiten kommt, dann wird sich der Beitrag der Energiewirtschaft nicht auf die 2,3 Milliarden Euro begrenzen.» Die schwarz-gelbe Koalition hatte auf ihrer Sparklausur die Einführung einer neuen Steuer auf nukleare Brennelemente angekündigt.
Diese Steuer will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) unabhängig von den Laufzeiten erheben. «Diese Steuer steht für sich. Es gibt keine Verknüpfung mit der Laufzeitfrage», sagte ein Sprecher von Schäuble.
Zur Begründung hatte die Regierung am Montag erklärt, mit der Steuer solle die Atombranche an den Kosten für den Atommüll beteiligt werden. Auch sollten ungerechtfertigte Zusatzgewinne aus höheren Strompreisen einbezogen werden.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sieht die neue Steuer kritisch. Das Ziel der Koalition, die Hälfte der zusätzlichen Erträge der Atomkonzerne für den Ausbau der Öko-Energie abzuschöpfen, werde mit Sicherheit nicht erreicht, sagte er in Stuttgart. «Das finde ich schade und nicht gut.»
Der CDU-Energieexperte Joachim Pfeiffer sagte dpa, es sei jetzt an der Zeit, dass die Regierung das Laufzeit-Problem konsequent anpacke. Auch er hält die 2,3 Milliarden Euro nicht für das letzte Wort: «Das Thema Gewinnabschöpfung ist damit mit Sicherheit nicht abgeschlossen.»
Die Regierung will Mitte Juli ein Energiekonzept vorlegen. Dann soll klar sein, ob und wie lange einzelne Atommeiler noch am Netz bleiben dürfen. In Deutschland gibt es 17 Reaktoren. Sie zählen zu den großen Gewinnbringern der Stromkonzerne.
Die Eon-Aktie verlor im Leitindex Dax zwischenzeitlich rund 3,9 Prozent und lag am Dienstagnachmittag bei 23,40 Euro. RWE-Aktien büßten rund 3,7 Prozent auf 55,79 Euro ein.
UBS-Analyst Patrick Hummel erklärte in einer Studie, dass eine neue Steuer den Gewinn je Aktie bei Eon um zehn und bei RWE um elf Prozent schmälern könnte. Langfristig würden aber die positiven Auswirkungen einer Laufzeitverlängerung überwiegen.
Union und FDP hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag zu einer längeren Nutzung der Kernkraft bekannt. Ein Kompromiss könnte sein, die Nutzungsdauer der Kraftwerke um zehn Jahre zu verlängern - zusätzlich zur bisher errechneten Laufzeit bis etwa 2022.
Noch heftig umstritten ist, ob der Bundesrat einer Änderung der Atomgesetze zustimmen muss. Die Regierung prüft, ob die Länderkammer umgangen werden kann. Schwarz-Gelb hat im Bundesrat nach der Schlappe bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen keine Mehrheit mehr.
09.09.2010
21.10.10: Energieeffizienz in Gebäuden in Bulgarien und Rumänien
TEHG-Entwurf beseitigt Unsicherheit bei Minderungszertifikaten nicht
London soll Zentrum für grüne Investitionsbewegung werden
08.09.2010
Verärgert: Österreich will Sondertreffen mit Deutschland zu Atom
Deutsch-chinesische Kooperation will Satellit zur Treibhausgas-Überwachung entwickeln
LobbyControl fordert Offenlegung von Atom-Vertrag
CO2-Abscheidung – eine ‚Energiebrücke’ ins Nichts?
Windbranche fürchtet nach Atom-Deal Flaute
Klimaschutz: Schifffahrt will weltweit weg vom Schweröl
07.09.2010
Hauseigentümer kritisieren «Sanierungs-Zwang»
Telekom gibt Startschuss für Aufbau intelligenter Stromnetze
BDEW zum Energiekonzept: Vor allem der Wettbewerb und KWK kommen zu kurz
Der Atomdeal spaltet die Republik
Schweiz will Schutz der Biodiversität verstärken
Kommission startet Umfrage über EU-Politik zur biologischen Vielfalt
Biologisch vielfältige Wälder lohnen sich auch im Klimaschutz - Kritik an REDD
Deutschland und Japan arbeiten bei Elektromobilität zusammen
Emissionsreduktion durch Smart Meter bislang kaum möglich
Nach Atomkompromiss: Kommunale Versorger wollen Ausgleich
06.09.2010
Der Kampf um den Atomdeal beginnt erst
Europa ist bei der Atomenergie gespalten
Klimawandel gefährdet ausreichende Pflanzenbestäubung
EEX Handelsergebnisse für CO2-Emissionsrechteim August
Wissenschaft will alte Satellitendaten für künftige Klimaforschung nutzen
Brüderle und Röttgen legen Energiekonzept vor
WWF legt Analyse durch Ökoinstitut vor: Energiewende ausgebremst
Italien passt Solarförderung an Marktgegebenheiten an
Einigung bei Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke
05.09.2010
CO2-Abscheidung: Vielversprechende Test-Ergebnisse
Energiedebatte lässt Wüstenstrom-Projekt außen vor
Schwarz-Gelb spielt bei Atom auf Risiko
04.09.2010
Ontario/Kanada: Kohleausstieg für 2014 beschlossen
03.09.2010
Regierung bei Atomfrage auf der Zielgeraden
Regierung kommt bei Energiekonzept in Sachen Energieeffizienz voran
Ermittler sichern Millionen bei Umsatzsteuerbetrügern
UN: Berlin muss über eine Milliarde für Klimaschutz zahlen
Schweizer Erfolgsbilanz: 46 Fernwärmenetze mit erneuerbarer Energie gehen in Betrieb
Siemens ermittelt Deutschlands grünste Stadt
Zeitung: Wulff sieht Grenze für AKW-Laufzeiten bei neun Jahren
02.09.2010
«Süddeutsche»: Umweltministerium rügt Atomgutachten
UN erwarten erste Geldmittel für Klimaschutz
Klimawandel begünstigt Hurrikan-Entstehung
Koalition will Atomfrage am Sonntag abräumen
Klimawandel: Durchschnittstemperaturen steigen, mehr heiße Tage
Es fehlt ein faires und grünes Handy : Germanwatch fordert mehr Nachhaltigkeit
Ökodesign-Richtlinie: 'Top Runner'-Prinzip ist Leitbild
Autoexperten: Industrie könnte viel klimafreundlichere Pkw bauen