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DUH: Fundamentalkonflikt bei Energieversorgung droht (06.08.2010)

Berlin - Deutschland steuert nach Meinung der Deutschen Umwelthilfe (DHU) bei gleichbleibender Atom- und Kohlestromproduktion auf einen Fundamentalkonflikt mit den erneuerbaren Energien zu. Dies zeige allein schon die enorme Solarstromeinspeisung an einigen der heißen Juli-Tage, erläuterte die DUH am Donnerstag in Berlin. Sie habe teilweise bei 10 000 Megawatt gelegen und damit zwei Drittel des Niveaus der Atomstromproduktion erreicht.

«Wer einerseits den Eintritt in das regenerative Zeitalter propagiert und andererseits auf verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke setzt, treibt diese Gesellschaft in einen neuen Fundamentalkonflikt», sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake.

Bild: Dominoxl / PixelioNeue Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) zeigen, dass schon 2020 Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie aus Biomasse erzeugte Energie an einigen Tagen den Strombedarf abdecken könnte. «Gerade an Wochenenden könnte es sogar zu Stromüberschüssen nur durch erneuerbare Energien kommen», sagte Carsten Pape vom IWES. Die Leistung der konventionellen Grundlastkraftwerke müsse daher zurückgefahren werden.

Baake betonte, dieser Öko-Energie-Zuwachs - die Regierung geht in einer Studie von bis zu 38,6 Prozent bis 2020 aus - vertrage sich nicht mit einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und weiter so viel Kohlestrom. «Es geht bei der künftigen Stromversorgung nicht um ein Sowohl-als-Auch, sondern deutlich früher als die meisten Experten angenommen haben, um ein glasklares Entweder-Oder.» Die Theorie vom friedlichen Nebeneinander sei ein «interessegeleitetes Märchen». Atom- und Kohlekraftwerke ließen sich nicht einfach abschalten und herunterregeln, wenn es zu viel erneuerbare Energie gebe.

Sollte es zu einer Laufzeitverlängerung kommen, sieht Baake den Einspeisevorrang für Strom aus Wind oder Wasser in Gefahr, weil bei gleichbleibendem Atom- und Kohlestrom das Stromsystem nicht mehr funktionieren würde. Um bei weniger Wind und Sonne die hohen Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und um damit eine sichere Stromversorgung auch ohne Atom und Kohle zu garantieren, schlug Baake den verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken vor.

Quelle: dpa

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten der Deutschen Umwelthilfe

 



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