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Kommunale Energie-Unternehmen 8KU fordern mehr Gehör in Energie-Debatte (24.08.2010)

Die deutschen kommunalen Energieunternehmen beanspruchen "künftig mehr Gewicht in der politischen Debatte um die Zukunft der Energieversorgung", so der derzeitige Sprecher der Verbundgruppe 8KU und Vorstandsvorsitzende der HSE, Albert Filbert.

In einem am Dienstag (24.08.10) in Darmstadt veröffentlichten Brief  an Bundeskanzlerin Merkel kritisierte der Verbund der acht größten deutschen Kommunalunternehmen die "auf die großen Kernkraftwerksbetreiber konzentrierte und fiskalpolitische verengte Debatte" über die Verlängerung der Laufzeiten für Atomreaktoren und das Energiekonzept der Bundesregierung.

8kuDie Gemeinschafts-Initiative der acht größten Kommunalunternehmen repräsentiere einen Jahresumsatz von rund 17 Milliarden Euro, beschäftige 28.000 Mitarbeiter und sei deshalb ein "volkswirtschaftlich nicht zu unterschätzender Faktor." Berlin habe es bisher noch nicht einmal für nötig gehalten, diese unbestreitbar wichtige Stimme bei Anhörungen zur Kernbrennstoffsteuer einzuladen.

Filbert, dessen Unternehmen mit Entega zu den deutschen Marktführern beim Ökostrom gehört, empfahl der Regierungschefin, bei ihrer "Energiereise" ein "Zeichen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu setzen" und eine Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlage zu besuchen. Trotz der Vielfalt der beabsichtigten Reiseziele bleibe die Wärmeversorgung unbeachtet, obwohl Heizung und Warmwasser noch ein Fünftel über dem Strombedarf lägen.

Kritisch sieht Filbert in der Debatte über die Energiesicherung der Zukunft auch die Gleichsetzung der vier großen Kernkraftwerksbetreiber mit der Energiewirtschaft. Von den Nachteilen der im Wettbewerb stehenden Unternehmen der regenerativen Energien bei einer Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke sei nicht die Rede. Auch diese Unternehmen verdienten Planungs- und Investitionssicherheit. In Vertrauen auf die Verlässlichkeit eines vor zehn Jahren eingeschlagenen Weges hätten sie in Erzeugungsanlagen investiert.

Bei einer nur achtjährigen Verlängerung der Laufzeiten kämen die Kern-kraftwerksbetreiber auf Zusatzerträge von bis zu 55 Milliarden Euro, während die Wettbewerber Einbußen von sieben Milliarden Euro hinzunehmen hätten. Alleine die kommunalen Unternehmen seien mit über drei Milliarden Euro davon betroffen. Anreize in Neuinvestitionen würden dadurch empfindlich gebremst.

Filbert verwies außerdem auf eine Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, nach der schon heute die Kernenergie nicht in eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien passe. Im letzten Winter seien trotz hoher Windeinspeisung die Kernkraftwerke nahezu unverändert am Netz gewesen, was dazu geführt habe, dass hocheffizienter Strom aus der Kraft-Wärme-Koppelung wie beispielsweise in Leipzig, aus dem Markt gedrängt worden sei, obwohl dieser gesetzlichen Vorrang genieße.

Kritisch äußerte sich Filbert zur Debatte über einen möglichen "Energiewirtschaftsvertrag". Dieses umstrittene Fonds-Modell sei untrennbar mit einer Laufzeitverlängerung geknüpft, als Abschöpfungsmodell aber ungeeignet, weil es anders als die ebenfalls zur Diskussion stehende Brennstoff-besteuerung keinerlei strukturelle Gegenwirkung zur Wettbewerbsbeeinträchtigung entfalte.

Bei der "8KU", wo Filbert zur Zeit als Koordinator fungiert, handelt es sich um eine Kooperation von HEAG Südhessischer Energie AG, Mainova AG, MVV Energie AG, N-ERGIE Aktiengesellschaft, RheinEnergie AG und den Stadtwerken Hannover, München und Leipzig.


Quelle: HSE



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