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Die wichtigsten Niedrig-Energie-Szenarien - ein Vergleich (27.08.2010)

Ausschnitt aus Cover Studie GermanwatchKanzlerin Angela Merkel hat letzte Woche im ARD-Sommerinterview ihre Ziele für ein neues Energiekonzept dargelegt. Sie wolle so schnell wie möglich den Umstieg auf Erneuerbare Energien, die Stromkosten müssten aber dennoch erträglich bleiben. Eine neue Studie von Germanwatch zeigt, dass dies - auch ohne den verlängerten Einsatz von Kernkraft - möglich ist. Voraussetzung ist jedoch eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz. Hier besteht Handlungsbedarf.

Bonn - Bevor die Bundesregierung heute (27.08.10) die Eckpunkte für ein neues Energiekonzept vorlegt, veröffentlichte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eine Studie, die vier wichtige Niedrig-Energie-Szenarien für Deutschland untersucht. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Energiezukunft möglich ist, denn mit drei von vier Szenarien lassen sich die Treibhausgase auch ohne Laufzeitverlängerung um 80 bis 95 Prozent senken. Die Studie soll eine bessere Analyse der Vorlage der Bundesregierung ermöglichen.

Bei den Niedrig-Energie-Szenarien, die verglichen wurden, handelt es sich um das "Leitszenario 2009" im Auftrag des Bundesumweltministeriums, das "Szenario 3 der Energiezukunft 2050" im Auftrag der Energieversorger EnBW, E.ON Energie, RWE Power und Vattenfall Europe, das "Modell Deutschland. Klimaschutz bis 2050" im Auftrag von WWF Deutschland und der "Klimaschutz: Plan B 2050" im Auftrag von Greenpeace Deutschland. Germanwatch hat die wichtigsten Niedrig-Energie-Szenarien in einer Tabelle dargestellt. Sie erhalten Sie hier.

Angenommener Strommix der Szenarien Grafik: Germanwatch"Der Vergleich zeigt, dass drei der vier analysierten Szenarien die Verringerung der Treibhausgase in Deutschland um 80 bis 95 Prozent bis 2050 im Vergleich zu 1990 erreichen, und das ohne Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und zu volkswirtschaftlich akzeptablen Kosten", erklärt Jan Burck, Autor der Studie. Lediglich das von den vier großen Energiekonzernen in Auftrag gegebene Szenario der Forschungsstelle Energiewirtschaft stellt die Erreichbarkeit der angepeilten Reduktionsziele in Deutschland ohne Atomkraft in Frage.

Notwendig: mehr Regenerative, angepasste Stromnetze und Energieeffizienz
Der Szenarienvergleich zeigt, dass die ambitionierten Klimaziele nur durch einen weiteren massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und der dazu erforderlichen Stromnetze zu erreichen sind. Gleichzeitig werden umfangreiche Investitionen in Energieeffizienz benötigt. "Die aktuelle Kürzung der KfW Förderprogramme für energetische Gebäude-Sanierung ist leider genau der falsche Schritt", bemängelt Burck. "Die Szenarien zeigen deutlich, dass ohne Fortschritte bei der Energieeffizienz die Umsteuerung wesentlich teuerer wird."

"Sichere Stromversorgung und Kosten sind nicht das Problem. Aber es müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden: Ausbau von Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Stromnetz. Das neue Energiekonzept bietet die Chance. Doch diese muss auch ergriffen werden", fasst Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, zusammen.

Die Studie dient auch dazu, die angekündigten Szenarien der Bundesregierung besser analysieren zu können. "Mit dem Szenarienvergleich haben wir ein hervorragendes Instrument um zu prüfen, ob zweifelhafte Grundannahmen der Bundesregierung die Ergebnisse der Szenarien besonders beeinflusst haben", ergänzt Jan Burck.

Die Studie "Welche Energie-Zukunft ist möglich? Ein Vergleich von vier
Niedrig-Energie-Szenarien für Deutschland" ist im Internet abrufbar
unter www.germanwatch.org/klima/nes 


Quelle: Germanwatch e.V./zü



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