Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Zweiter Anlauf: CCS-Gesetz unterwegs ins Kabinett (09.09.2010)

Nachdem im letzten Jahr ein Gesetzgebungsverfahren zur unterirdischen CO2- Speicherung (CCS) gescheitert ist, hat die Politik nun erneut Anlauf genommen. Kurz vor der Sommerpause haben sich das Bundesumweltministerium und das Bundeswirtschaftsministerium auf einen neuen Referentenentwurf verständigt. Dieser regelt die Genehmigungserfordernisse, den Transport des abgeschiedenen CO2, die Anforderungen an die dauerhafte Speicherung, die Haftung und Vorsorge sowie den Anschluss und Zugang Dritter zu CCS-Anlagen.

Im Unterschied zu dem vorherigen Entwurf ist die zulässige Speichermenge zunächst auf 3 Mio. t CO2 pro Jahr und Speicher begrenzt. Damit wird auf der Grundlage des Gesetzes nur die Errichtung von Forschungs- und Demonstrationsanlagen – wie die von Vattenfall in Brandenburg betriebene 30 MW Anlage Schwarze Pumpe – möglich sein. Insgesamt sollen bundesweit pro Jahr 8 Mio. t CO2 gelagert werden dürfen. Nach dem Energiekonzept der Bundesregierung sollen in Deutschland 2 der 12 EU-weit förderfähigen CCS-Demonstrations-vorhaben gebaut werden.

BBHNicht nur in Bezug auf den Anwendungsbereich, auch für die letztes Jahr umstrittenen Fragen von Haftung und Vorsorge wurden wesentliche Änderungen gegenüber dem Entwurf vom letzten Jahr vorgenommen. Die Betreiber eines Kohlendioxidspeichers müssen nach den neuen Regelungen ab Betriebsbeginn einen gesetzlich festgelegten Betrag von 3% des jeweiligen aktuellen CO2-Zertifikatepreises für das konkrete Speichervolumen als Nachsorgebeitrag an das betroffene Bundesland zahlen. Der gescheiterte Entwurf hatte noch vorgesehen, dass der Nachsorgebeitrag durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt wird. Bei der Berechnung sollten die bei der dauerhaften Speicherung gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt werden können. Diese Anpassungsmöglichkeit ist entfallen.

Zudem wurde ein finanzieller Anspruch der Kommunen für die Nutzung des Untergrundes unter dem Gemeindegebiet gesetzlich festgeschrieben. Für mögliche Standortnachteile müssen die Betreiber pauschal 2% des aktuellen CO2-Preises entsprechend des Speichervolumens an die Gemeinden zahlen. Zum Vergleich: Die Konzessionsabgabe, die ein Stromnetzbetreiber für die Nutzung öffentlicher Verkehrswege an Gemeinden zahlen muss, liegt bei bis zu 2,39 Cent pro durchgeleiteter kWh. Bislang ist CCS deshalb für Kommunen finanziell kaum attraktiv.

Zudem formiert sich auch aus grundsätzlichen ökologischen Bedenken heraus nicht nur im traditionell technikskeptischen Schleswig-Holstein, sondern auch in Brandenburg erheblicher Widerstand der betroffenen Kommunen. Hier fürchtet man unabsehbare Risiken, sinkende Attraktivität für Familien und Unternehmen und einen dauerhaften Verlust an Planungsfreiheit im Gemeindegebiet.

Hier ist es nun am Gesetzgeber, auf dem Weg über das Kabinett bis in den Bundestag noch Änderungen vorzunehmen, die die Belange aller Betroffenen balancieren. Der weitere Zeitplan ist eng:
Bundeskabinett 22. September 2010
Bundestag 1. Lesung 28. Oktober 2010
Bundesrat, Plenum 5. November 2010
Beginn Ausschüsse (BT) 10. November 2010
(ggf.) Anhörung (Bundestag) 29. November 2010
Ende Ausschüsse (BT) 15. Dezember 2010
2./3. Lesung Bundestag 17. Dezember 2010
Bundesrat Plenum (2. DG) 11. Februar 2011


Quelle: Becker Büttner Held (BBH)

Der vorstehende Beitrag ist Teil des Newsletters Nr. 17 von BBH



GLS Bank


10.02.2012

Tschechien hadert mit Ökostrom-Welle aus Deutschland

Kanadisches Unternehmen sucht in deutschen Meeresschutzgebieten nach Öl

Zukunftsthema 'Urbanisierung' forcieren: Messe 'Urbantec' im Jahresturnus

»Grünes« Energie-Management für Europas Häfen

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette in Autoindustrie steigern

Deutschland hilft beim Klimaschutz in Westafrika

Sind Kaltwasserkorallen Anpassungskünstler an den Klimawandel?

09.02.2012

'Ausgezeichnete' Klimaanpassung

«AKW-Dinosaurier» Fessenheim bleibt in Betrieb

Großinvestoren zwingen Unternehmen zur Offenlegung von Klimarisiken

Welches Marktdesign braucht die Energiewende?

Energiebranche fürchtet herben Rückschlag bei Energiewende

Gletscher und Eiskappen schmelzen weniger stark als vermutet

Kurth: Versorgungssicherheit mit Strom garantiert - schneller Netzausbau dringend

Umwelthilfe: versprochene Bürgerbeteiligung des Innenministeriums unzureichend

08.02.2012

Strategie soll den Wald für die Zukunft fit machen

Paket zur Gebäudesanierung droht zusammenzuschmelzen - Keine Einigung

Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten bei der Jagd tiefer tauchen

Klimastudien sagen kältere Winter in Europa voraus

Durchbruch beim Abfallgesetz - Entsorgungswirtschaft will klagen

Frankreich braucht «Stromhilfe» aus Deutschland

DIW-Studie: CCS-Technologie ist für die Energiewende gestorben

07.02.2012

Deutschland bleibt auch bei dieser Kälte Stromexporteur - dank Ökostrom

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik in Malaysia

Verbandsrecherche: 87 Prozent der Energieversorger bieten Energieberatung

Löscher: Siemens wird Gewinner der Energiewende sein

EEX führt CO2-Produkte für Luftfahrtindustrie ein

Klimafolgen besser abschätzen: Forscher vergleichen Simulationen aus aller Welt

Baden-Württemberg bringt Klimaschutzgesetz auf den Weg

06.02.2012

Fällt Klimakatastrophe aus? - Vahrenholt stellt Buch vor

Nordseesturmfluten im Klimawandel

China boykottiert Klimaabgabe für seine Airlines - EU bleibt hart

EEX Handelsergebnisse für Emissionsberechtigungen im Januar

Ökoenergie-Ausbau ersetzt Brennstoffimporte in Milliardenhöhe

Stromnetze trotzen Kälte - Leitungen stabil

05.02.2012

Greenpeace-Chef zum Klimawandel: Die Zeit läuft uns davon