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Umwelthilfe fordert zusätzliche Anreize für kleine Blockheizkraftwerke (23.04.2012)

Zehntausende vernetzte Mini-Kraftwerke in den Kellern von Privatleuten könnten die Energiewende voranbringen, es müssten nur die Rahmenbedingungen im neuen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) verbessert werden, das momentan vom Wirtschaftsausschuss des Bundestages verhandelt wird. Darauf macht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) aufmerksam.

Im Rahmen des Gesetzes sollten insbesondere gut regelbare Klein-Kraftwerke, so genannten BHKWs, die besonders schnell auf eine schwankende Nachfrage und volatile Stromeinspeisung aus Wind- und Sonnenenergie reagieren können, gezielt gefördert werden, wie das Verbände und Unternehme seit geraumer Zeit fordern.

Bild: Wikimedia PDKonkret fordert die DUH, über das KWKG die Markteinführung kleiner, gasbetriebener Blockheizkraftwerke (BHKW) zu fördern, die über eine gemeinsame Leittechnik zentral gesteuert und zu so genannten "virtuellen Großkraftwerken" zusammengeschaltet werden können. Die einzelnen Mini-Kraftwerke versorgen dabei auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung klimaschonend gleichzeitig Gebäude mit Wärme und das lokale Stromnetz mit elektrischer Energie. Angeschlossene Wärmespeicher sorgen dafür, dass die Erzeugung von Strom und Wärme weitgehend entkoppelt werden kann. So bestimmt nicht mehr der Wärmebedarf, wann die KWK-Anlage anspringt, sondern der Strombedarf. Strom wird immer dann erzeugt, wenn er wegen der täglichen Bedarfsspitzen, einer Windflaute oder bei trübem Wetter gebraucht wird.

Konzepte, in denen an den Erfordernissen der Energiewende ausgerichtete Mini-KWK-Kraftwerke zu "virtuellen Großkraftwerken" verbunden werden, sind heute technisch verfügbar und werden von immer mehr Unternehmen angeboten. Nach dem Ökostromhändler Lichtblick, der ein Konzept so genannter Zuhausekraftwerke auf Basis von VW-Motoren verfolgt, haben inzwischen auch die Deutsche Telekom und konventionelle Energieversorger vergleichbare Projekte angekündigt. Allerdings bedarf es für die Realisierung verbesserter Rahmenbedingungen, die in der Novelle des KWK-Gesetzes geschaffen werden können.

"Eines der Probleme der Energiewende besteht darin, dass das gegenwärtige, von großen unflexiblen Kraftwerken dominierte Stromsystem nicht zusammenpasst mit der schwankenden Einspeisung von immer mehr Wind- und Sonnenenergie, die schon bald das Rückgrat unserer Stromversorgung bilden sollen", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Deshalb müssten alle Konzepte, die geeignet seien zur Lösung dieses Problems beizutragen, gezielt gefördert werden. "Dazu gehören die virtuellen Kraftwerke, die noch dazu Möglichkeiten eröffnen, den immer noch von wenigen Stromversorgern dominierten Markt weiter aufzubrechen."

Bisher war Kraft-Wärme-Kopplung vor allem eine Methode zur effizienten gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme. Nach Überzeugung der Leiterin Klimaschutz und Energiewende der DUH, Cornelia Ziehm, "kann diese Technologie unter geeigneten Rahmenbedingungen zu einer regelrechten Triebfeder für die Energiewende werden". Angesichts des allseits beklagten Investitions-Attentismus beim Zubau klimaschonender und für die Energiewende benötigter neuer Kraftwerkskapazitäten seien virtuelle Kraftwerke ein Hoffnungsschimmer. Kleine KWK-Anlagen könnten zügig und ohne langwierige Genehmigungsverfahren in jeden Keller eines Mehrfamilien-oder Bürohauses eingebaut werden. Akzeptanzprobleme gebe es dabei nicht. Ziehm: "In diesem Land gibt es inzwischen weit über eine Million Solarkraftwerke. Warum sollte Vergleichbares nicht auch mit Mini-KWK-Anlagen möglich sein?" Sie könnten weitere zigtausend Menschen zu "Akteuren der Energiewende machen und nebenbei einen Modernisierungsschub in den Heizungskellern auslösen. Der Bundestag hat die Chance, mit der Novelle des KWK-Gesetzes auch einen Beitrag zur Demokratisierung und damit Stabilisierung der Energiewende zu leisten."


Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. / zü

© Bild: Wikimedia PD



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