Die Trafo-Plattform und die 240 Windräder hätten eigentlich schon dieses Jahr bis September ins Meer gebaut werden sollen. Ab nächstem Jahr hätte Borwin 2 dann sauberen Strom für 1,5 Millionen Haushalte im Emsland ins deutsche Stromnetz einspeisen sollen. Wegen technischer Probleme werden die Anlagen aber erst ein Jahr später fertig, wie Siemens-Vorstandschef Peter Löscher am Mittwoch in München sagte. Schon am Dienstag hatte er den Manager abgelöst, der für die verspätete Anbindung der Windparks in der Nordsee an das deutsche Stromnetz verantwortlich ist. Die Verzögerungen dürften Siemens im vergangenen halben Jahr rund 400 Millionen Euro gekostet haben.
«Es gab klare Fehler bei uns im Hause», sagte Löscher. «Komplett unterschätzt haben wir die Komplexität dieser Projekte.» Die Anlagen seien viel größer, viel weiter von der Küste entfernt und technisch viel aufwendiger als zum Beispiel die Windparks vor Großbritannien. Die Plattform Borwin 2 hat wiegt mehr als 10 000 Tonnen, soll 125 Kilometer vor der Küste ins Meer gebaut werden und 800 Megawatt Strom liefern - so viel wie ein kleines Atomkraftwerk.
Die Grafik zeigt das Prinzip anhand des Offshore-Windparks Amrumbank West unter Vernachlässigung der Entfernung von der Küste. Die Konverterstation transformiert den vom Windpark erzeugten Strom auf Hochspannungsniveau und wandelt ihn zur verlustarmen und energieeffizienten Übertragung in Gleichstrom um. Ohne diese Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ginge beim Transport ein Großteil der elektrischen Energie verloren. Die 18 Meter hohe Station wird auf einer eigenen Offshore-Plattform errichtet. Grafik: Siemens

