Die Energiewende in Deutschland ist ein gewaltiges Projekt ohne vergleichbares Vorbild. Dies bedingt einerseits, dass alle Beteiligten sich vorwärts tasten müssen und die unterschiedlichen Stellschrauben des Systems immer wieder neu gedreht werden müssen. Andererseits ist zunehmend zu beobachten, dass Viele meinen, man könne sich zurücklehnen. Wenn, dann müssten "die Anderen" aktiv werden, der Schwarze Peter wandert vom Verbraucher zur Politik zur Industrie und wieder zurück.
TNS Infratest Energiemarktforschung hat dies im Hinblick auf die Energieversorger konkretisiert und erkundete, wie sehr sich Energieversorger in den Augen der Verbraucher für ein Gelingen der Energiewende engagieren. Was nehmen die Menschen wahr? Und wie glaubwürdig ist das Engagement von Stadtwerken und Energieriesen in den Augen der Bundesbürger? Dazu wurden im Mai 1.000 Personen in Deutschland telefonisch befragt.
Bisher werden die Energieversorger nur wenig engagiert bei der Durchsetzung der Energiewende gesehen. Nur 20 Prozent der Befragten geben an, dass die Energieversorger sehr viel oder viel tun. Hersteller von Technologien für erneuerbare Energien werden dagegen von den Bürgern deutlich aktiver wahrgenommen. Zwei Drittel der Befragten sehen auf der Herstellerseite ein sehr starkes oder starkes Engagement. Auch Technologieunternehmen wie Siemens oder Bosch halten die Befragten für einsatzfreudiger bei der Umsetzung der Energiewende. 25 Prozent sagen, dass diese Unternehmen sehr viel oder viel tun.
„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass bei den Bürgern nicht viel vom Engagement der Energieversorger ankommt“, sagt Apostolos Apergis, Senior Director bei der TNS Infratest Energiemarktforschung. „Bei der ohnehin geringen Reputation der Energiebranche müssen die Versorger ihr Engagement deutlich überzeugender kommunizieren.“

