Bisher sollen die Ausstöße im Vergleich zu 1990 bis 2020 um rund 20 Prozent verringert werden. Deutschland macht Druck für 30 Prozent weniger Treibhausgasausstöße, aber besonders das Kohlestrom-Land Polen wehrt sich heftig dagegen.
«Ich werde deshalb in den nächsten Wochen mit meinem polnischen Amtskollegen darüber sprechen», kündigte Altmaier an. «Die EU muss dieses Thema in den nächsten Wochen vorrangig behandeln.» Eine Verschärfung wäre für Deutschland auch finanziell wichtig, da viele Projekte zur Umsetzung der Energiewende aus den Einnahmen des Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten finanziert werden. Weil aber der Zertifikatepreis für jede ausgestoßene Tonne CO2 massiv eingebrochen ist, könnten bis 2015 fünf Milliarden Euro fehlen. Eine Klimaziel-Verschärfung würde zur Verteuerung der Zertifikate führen.
Das Umweltbundesamt (UBA) hatte die letzten Tage noch einmal in einem Positionspapier dargestellt, dass das jetzige EU-Einsparziel zu schwach und damit ohne Anreize für Klimaschutzinvestitionen von Unternehmen ist. "Gegenüber den Emissionen in 2009 und 2010 würde sogar bis 2020 ein leichter Zuwachs der Treibhausgasemissionen möglich sein", so das UBA. Und warnt: '"Damit ließe die EU27 auch erhebliche, ökonomische Chancen ungenutzt verstreichen, um zum Beispiel die notwendigen Schritte in eine kohlenstoffarme Wirtschaftsweise frühzeitig einleiten zu können."
Auch eine Studie des Öko-Institutes im Auftrag von WWF und Greenpeace zeigte diese Zusammenhänge zwischen niedrigem CO2-Zertifikatepreis und mangelhaftem Klimaschutz.

