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Strompreis-Subventionen für die Industrie: Jetzt ist langsam mal gut (18.06.2012)

Dass die Industrie bei den Energiekosten keinen Wettbewerbsnachteil erleiden ist, ist klar, doch jetzt ist langsam mal gut“, meinte trocken ein führender Wissenschaftler, der die Kosten der Energiewende vor Journalisten erläutert hatte. Inzwischen, so meinte er, seien die Nachteile mehr als ausgeglichen. So ähnlich sieht das auch eine neue Greenpeace-Studie.

Sie bemängelt, dass auch solche Industrien entlastet sind, die gar keine Wettbewerbsnachteile befürchten müssten. Dies, so Greenpeace, führt zu verzerrtem Wettbewerb und geht zu Lasten von Privathaushalten, Mittelstand und der Energieeffizienz.

Bild: Pixelio/gerhardt„Die Bundesregierung muss ein transparentes Fördersystem schaffen“, fordert Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. Denn rund neun Milliarden Euro an staatlichen Subventionen und finanziellen Vorteilen sorgen dafür, dass fast kein Industrieunternehmen mehr ohne finanzielle Entlastung bleibt, Tendenz steigend, so die Studie, die vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) und dem Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) für Greenpeace erstellt wurde. Die Studie belegt das Ungleichgewicht mit Zahlen. Denn während private Haushalte im Jahr 2011 durchschnittlich 25 Cent je Kilowattstunde zahlten, lag der mittlere Strompreis für Industriekunden1 aufgrund der Vergünstigungen bei 10 Cent. Große und energieintensive Stromverbraucher zahlen sogar kaum mehr als den Börsenstrompreis von 5 bis 6 Cent, wenn sie von allen Vergünstigungen in vollem Umfang profitieren. Für den Strombezug aus eigenen Kraftwerken oder Kraftwerksanteilen sind die Kosten je Kilowattstunde teils noch geringer.

Dabei hätte die Industrie noch große Potentiale, Energie zu sparen. „Allein durch die Verwendung aktuell am Markt verfügbarer Technologien könnten über die gesamte Industrie hinweg mindestens 25 Prozent an Energie eingespart werden“ , erläutern die Autoren der Studie. Aber „so lange Strom billig ist, können sich auch die Investitionen in Strom sparende Technologien kaum rechnen.“

Weitere Informationen und den Download der Kurzfassung der Studie gibt es unter greenpeace.de

 

 


Quelle: KlimAktiv / zü

© Bild: Pixelio/gerhardt



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