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Energieversorgung: Positives Echo auf Kompromiss zur CO2-Lagerung (28.06.2012)

Berlin - Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die überraschende Einigung im Vermittlungsausschuss auf unterirdische Kohlendioxid-Speicher begrüßt.

Das sei ein überfälliger Schritt zur weiteren Erforschung der CCS-Technologie, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller am Donnerstag in Berlin. Die Abspaltung und Verpressung von CO2 bleibe für die Energiewirtschaft eine wichtige Möglichkeit, um Klimaauflagen zu erfüllen. Allerdings werde der Kompromiss nach ihrem ersten Eindruck wohl nicht ausreichen, dass Energieunternehmen ihre bereits abgesagte Demonstrationskraftwerke wieder «reaktivieren», sagte Müller.

Aus Sicht von BDEW-Hauptgeschäftsführerin Müller sind diese Bedingungen allerdings so scharf formuliert, dass Landesregierungen künftig nicht kategorisch CCS (Carbon Capture and Storage) ausschließen können. «Man kann nicht so einfach sagen, wir schließen CCS per Koalitionsvereinbarung aus», sagte Müller.

Der Kompromiss von Bund und Ländern sieht eine Begrenzung der verpressten CO2-Menge auf 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr und Speicher vor - zunächst waren 3 Millionen Tonnen geplant. Zudem gibt es eine Länderklausel, mit der Bundesländer unter bestimmten Bedingungen Speicher in ihrem Gebiet verhindern können.

Auch der Energiekonzern Vattenfall schöpft nun neue Hoffnung. «Dies ist ein positives Signal für die weitere Erforschung dieser wichtigen Klimaschutztechnologie», sagte Deutschland-Chef Tuomo Hatakka am Donnerstag in Berlin zum Kompromiss im Vermittlungsausschuss. Vattenfall hatte wegen des jahrelangen Gezerres Pläne für ein 1,5 Milliarden Euro teures Kohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde, wo die CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) zum Einsatz kommen sollte, Ende 2011 auf Eis gelegt. «Obgleich diese Verständigung für unser im Dezember eingestelltes Projekt leider zu spät kommt, so öffnet sie doch die Tür für spätere Anwendung im großen Kraftwerksmaßstab», erklärte Hatakka. «Auch für europäische Transportinfrastrukturen und grenzüberschreitende Kooperationen gibt die Umsetzung der CCS-Richtlinie positive Impulse.»

Informationen zu CCS
Die Regierung will in den nächsten Jahren erproben lassen, ob der Ausstoß von Kohlendioxid bei der Kohleverbrennung und in der Industrie mit einem neuartigen Verfahren gemindert werden kann. Sie hofft, dass die CCS(Carbon Capture and Storage)-Technologie zu mehr Klimaschutz beiträgt.

CO2 zählt zu den Treibhausgasen, die für die globale Erwärmung mitverantwortlich sind. In modernen Kohlekraftwerken soll anfallendes CO2 mittels CCS von anderen Abgasen getrennt werden. Dazu wird die Kohle nicht wie bisher üblich in normaler Luft verfeuert, die zum Großteil aus Stickstoff besteht, sondern in einem Gemisch aus reinem Sauerstoff und Rauchgas. In mehreren Reinigungs- und Aufbereitungsstufen wird das abgetrennte CO2 unter hohem Druck verflüssigt und transportfähig gemacht. Per Pipelines soll es dann unter die Erde in CO2-Speicher gepresst werden.

Die Hoffnung ist, dass das CO2 im Gestein eingeschlossen wird und kein Unheil in der Atmosphäre mehr anrichtet. Kritiker befürchten aber, dass entweichendes Gas Umwelt, Mensch und Tier gefährden kann. In Schleswig-Holstein liegen die meisten möglichen Speicherstätten, doch das Land will CO2-Lager in seinem Gebiet unbedingt verhindern.  


Quelle: dpa



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