Es müssten noch zu viele offene Fragen geklärt werden. Erfahrungen mit der Schiefergas-Förderung gibt es hierzulande noch nicht. Die Förderschichten liegen vergleichsweise näher an der Erdoberfläche als bei Gas aus festen Sandsteinschichten.
Für die Erschließung von Schiefergas-Vorkommen müsste die höchst umstrittene Fracking-Technologie angewandt werden. Dabei wird mit hohem Druck die Gesteinsschicht mit Wasser aufgebrochen, damit das Gas fließen kann. Dabei werden auch Chemikalien eingesetzt. Aus den USA sind in dem Zusammenhang Umweltprobleme bekannt geworden. Daher stehen in Deutschland auch viele Politiker und Bürger der Technik skeptisch gegenüber.
Die Fracking-Technik werde in Deutschland seit 30 Jahren schon problemlos bei der Erdgasförderung aus 4000 Meter tiefen Sandsteinformationen, dem so genannten Tight Gas, eingesetzt, sagte Seele. Daran wolle die BASF-Tochter Wintershall auch festhalten. «Ohne Fracking gibt es keine Zukunft bei der Gasförderung in Niedersachsen», sagte Seele. In dem Bundesland liegen 95 Prozent der deutschen Erdgasproduktion.
Wintershall eröffnete am Mittwoch in Barnstorf ein neues weltweitetes Bohrkernlager für die Untersuchung von Gesteinsproben für die Suche nach Gas- und Erdölfeldern.
Das Potential an Schiefergas hatte dieser Tage eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ermittelt. Danach werden die nach heutigem technologischem Stand förderbaren Mengen auf 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas aus Schiefergesteinen beziffert. Das übersteigt deutlich Deutschlands konventionelle Erdgasreserven und -ressourcen (jeweils 0,15 Billionen Kubikmeter). Der tatsächlich nutzbare Anteil ist laut Studie aber deutlich geringer.
Weltweit gilt die Schiefergasförderung als sehr lukrative Option der Rohstoffgewinnung. In den USA beispielsweise werden inzwischen so große Mengen gefördert, dass damit nach Schätzungen von Experten die Gasversorgung des Landes für die nächsten 300 Jahre sichergestellt werden könnte.

