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'HB': Strombranche will sich Reserve-Kraftwerke gut bezahlen lassen (20.08.2012)

BERLIN/DÜSSELDORF - Die Kraftwerksbetreiber wollen sich das Bereithalten von Stromerzeugungs-Kapazitäten in der Energiewende gut bezahlen lassen. Das geht aus dem Entwurf einer Selbstverpflichtungserklärung der Branche hervor, aus dem das "Handelsblatt" (Montag) zitiert.

Mit der Selbstverpflichtung, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erarbeitet hat, erklären sich die Betreiber bereit, in Kaltreserve oder in Betrieb befindliche Anlagen nicht stillzulegen, wenn sie von den Netzbetreibern als systemrelevant identifiziert werden. Sie sollen immer dann zugeschaltet werden können, wenn erneuerbare Energie nicht genug Strom liefern, etwa weil die Sonne nicht scheint oder Wind nicht bläst.

Bild: Pixelio/Mariel KnielingVoraussetzung für dieses Angebot soll nach den Vorstellungen des BDEW sein, "dass dem Betreiber die hieraus resultierenden direkten und indirekten Mehrkosten erstattet werden". Auch die direkten und indirekten Kosten der technischen Aufrüstung wollen sie sich erstatten lassen. Die Anlagen sollen dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber "zum uneingeschränkten Zugriff zur Verfügung" stehen und ausschließlich auf Anweisung des Übertragungsnetzbetreiber s Strom einspeisen.

Werden die Anlagen in Anspruch genommen, sollen Erlöse, die durch den Absatz des gelieferten Stroms entstehen, von den entstandenen Mehrkosten abgezogen werden. Erstatten lassen wollen sich die Betreiber neben den Brennstoffkosten und den Kosten für Emissionszertifikate auch etwa die Kosten für Hilfs- und Betriebsstoffe, aber auch Instandhaltungsmaterial, Personalkosten, Versicherungen und Abgaben.

Hintergrund sind die knappen Erzeugungskapazitäten. Mit den Beschlüssen zur Energiewende waren im vergangenen Jahr gleich acht Atomkraftwerke stillgelegt worden. Die Bundesnetzagentur hat darum eine Reihe älterer fossiler Kraftwerke zur "Kaltreserve" bestimmt. Die alten und ineffizienten Anlagen werden im Notfall eingeschaltet. Trotz der Kaltreserve bleibt die Situation angespannt. Im vergangenen Februar war eine Engpass-Situation aufgetreten, die die Bundesnetzagentur in einem Bericht im Frühjahr als sehr ernst bezeichnete. Hinzu kommt, dass einige Betreiber zuletzt angekündigt hatten, Kraftwerke stillzulegen, die nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind./enl


dpa-AFX

© Bild: Pixelio/Mariel Knieling



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