2011 waren es lediglich 813 Firmen gewesen, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Reduzierung der EEG-Umlage beantragt hatten.
Hintergrund des Anstiegs ist, dass im Zuge der EEG-Novelle 2012 die Anforderungen für die Ermäßigung der Öko-Umlage gesenkt wurden. Aktuell können auch Betriebe mit einer jährlichen Stromabnahme zwischen einer und zehn Gigawattstunden eine weitgehende Ermäßigung erhalten. Vor der EEG-Novelle traf dies nur für Firmen mit einem Stromverbrauch von jährlich 10 Gigawattstunden zu.
Auch die Zahl der Abnahmestellen, an denen der günstigere Strom aus dem Netz entnommen wird, könnte sich laut Regierung stark erhöhen: von 1137 Abnahmestellen im Jahr 2011 auf voraussichtlich 3172 im Jahr 2012. Wie viele der gestellten Anträge jedoch genehmigt werden, steht noch nicht fest.
Wie sich das auf die EEG-Umlage auswirken werde, könnne man noch nicht abschätzen, so die Regierung. 2011 hätte die Ausnahmeregelungen für stromintensive Betriebe zu einer Erhöhung der EEG-Umlage von 0,6 Cent pro Kilowattstunde geführt.
Weil man mit einem Anstieg auf künftig 5 Cent Ökostrom-Umlage rechnet, gerät die energieintensive Industrie immer stärker in die Kritik. Denn Bürger und kleine Unternehmen zahlen die Ökoenergieförderung per Umlage über den Strompreis. Die energieintensiven Branchen halten die ihnen eingeräumten Privilegien für existenziell notwendig, weil sonst nicht nur der wirtschaftliche Erfolg, sondern in letzter Konsequenz viele Arbeitsplätze gefährdet seien. Experten drängen darauf, mit trennungsschärferen Kriterien für Ausnahmeregelungen der Gerechtigkeitsdebatte den Wind aus den Segeln zu nehmen.

