Zur Umsetzung des Konzepts wird die benötigte Energiemenge für die gekauften Geschäftsreisen vorab berechnet. Der Strom wird dann zum Beispiel bei Wasserkraftwerken gekauft und in das Netz der Bahn eingeleitet. Üblicherweise nutzt die Bahn dagegen für knapp die Hälfte ihres Strombedarfs Kohle, ein Viertel wird aus Atommeilern bezogen.
Die Öko-Tickets sollen im Schnitt rund ein Prozent mehr kosten als normale Tickets. Für eine Reise von Berlin nach Frankfurt in der 2. Klasse seien bei einem normalen Fahrpreis von 111 Euro lediglich 76 Cent mehr zu zahlen, hieß es. Je mehr Firmen die Öko-Tickets kaufen, umso mehr regenerative Energie setzt die Bahn ein. Erste Kunden seien unter anderem die Deutsche Post, SAP oder McDonald's Deutschland.
«Wir als Deutsche Bahn wollen gemeinsam mit den Vorreitern unter unseren Großkunden ein Zeichen setzen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Umweltschutz voranzubringen», sagte Bahn- Vorstand Ulrich Homburg.
Bei entsprechender Nachfrage will das Unternehmen solche Öko- Tickets auch für normale Privatreisen anbieten. Ein Zeitplan dafür wurde noch nicht vorgelegt. Bislang gibt es nur spezielle Angebote zum Beispiel für Klassenfahrten, Großveranstaltungen oder bei einigen Reisen über den Bahn-Reiseveranstalter Ameropa.
In den vergangenen Jahren hatten schon zahlreiche andere Transportunternehmen ähnliche Konzepte vorgestellt. In der Luftfahrt gibt es das Konzept, dass als Ausgleich für die Klimaschädigung erneuerbare Energien oder Energiesparmaßnahmen unterstützt werden. Hier ist in der Regel ein höherer Betrag als ein Prozent zu zahlen.
Die Bahn will sich die Herkunft ihres Stroms und dessen physische Einspeisung in das Bahnnetz vom Tüv Süd zertifizieren lassen. Für die Berechnung der pro Reise verbrauchten Energiemenge wird nur der Verbrauch durch den Antrieb erhoben, nicht aber der Stromverbrauch zum Beispiel für die Herstellung von Zügen oder den Betrieb von Bahnhöfen.
Die Grünen plädieren für Solaranlagen auf Bahnhofsdächern
Die Grünen riefen die Bahn auf, zusätzliche erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Solaranlagen auf Bahnhofsdächern oder Windkraftanlagen auf Bahngelände könnten dazu beitragen, sagte der Verkehrsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, am Montag in Berlin.
(Internet: Bahn: www.deutschebahn.com/umwelt;
CO2-Rechner: www.klimaktiv.de/article176_0.html)


