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Studie Elektrofahrzeuge: Wie kommen sie trotz Preisunterschied ins Rollen? (23.06.2010)

Treibhausgasemissionen E-mobile Bild: unendlich-viel-energie.deBerlin - Um die von der Bundesregierung angestrebte eine Mil­lion Elektro­fahrzeuge auf die Straße zu bringen, fallen bis 2020 Mehr­kos­ten zwischen 0,8 und 2,7 Milliarden Euro an – abhängig von der zukünf­ti­gen Ent­wicklung von Ölpreisen und Batterie­­kosten. Das geht aus einer Stu­die des Forschungsnetzwerks Energie Impuls OWL hervor.

Im Auftrag der Agen­tur für Erneuer­bare Energien hatte das Institut Szenarien berechnet, wie sich in den nächsten 10 Jahren die Kosten verschiedener Klassen von Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungs­motor entwickeln.

EE und ElektromobilitätDen Forschern zufolge sind auch in Zukunft unterschiedliche Fahrzeugtypen notwendig, um die Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen – vom Leichtfahrzeug über den Familien­wagen, bis zum E-Bus. Zwischen den Fahrzeugklassen vari­ieren die Mehrkosten deutlich. „Bis 2020 wird noch ein Preisgefälle zwischen Elektro­autos und herkömmlichen Fahr­zeugen bestehen. Ein pauschaler Ausgleich würde den Anforderungen der Marktein­führung aber nicht gerecht“, kommentiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien die Studienergebnisse. „Wenn die Bun­des­regierung über ein Förderprogramm nachdenkt, sollte dieses fahrzeug­spezifisch und degressiv angelegt sein, um Mitnahmeeffekte zu verhindern,“ so Mayer weiter. Zudem käme zum Ausgleich der Kostendifferenz nicht nur öffent­liche Förderung in Betracht, sondern auch neue Geschäftsmodelle der Energieversorger und Anbieter von Strom aus Erneuerbaren Energien. „Pioniere der Elektromobilität, sogenannte Early Adopter, sind außerdem bereit einen Aufpreis zu zahlen, sobald entsprechende Fahr­zeuge am Markt verfügbar sind“, ist sich Mayer sicher.

Laut Studie entscheiden die Batterie- und die Energie­kosten über die Ent­wicklung der sogenannten Differenzkosten zwischen Elektroautos und Fahr­zeugen mit Ver­brennungs­motor. Je stärker die Batteriekosten sinken und je schneller gleichzeitig die Preise für Erdöl steigen, desto geringer fallen die Mehr­kosten für Elektro­fahr­zeuge aus. Sinkt der Batteriepreis bis zum Jahr 2020 auf 300 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität und steigt die Erdöl­notierung gleichzeitig auf 200 US-Dollar je Barrel Rohöl, rentieren sich alle elektrischen Fahrzeugklassen. Die Aufwendungen für die Batterie werden selbst bei steigenden Strompreisen durch Ein­sparungen an der Zapfsäule ausgeglichen. In diesem günstigsten Szenario be­schränken sich die Mehr­kosten der ersten Million Elektro­fahrzeuge auf 0,8 Milliarden Euro. Im un­güns­tigsten Szenario – also bei höheren Batterie­kosten und einem mode­raten Erdölpreisanstieg – belaufen sich die Mehr­kosten bis 2020 auf 2,7 Milliarden Euro, verteilt auf zehn Jahre.

Wird die E-Fahrzeugflotte ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben, rechnen die Forscher mit 2,1 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasen im Jahr 2020. „Jedes der eine Million Elektrofahrzeuge sollte erneuerbaren Fahrstrom laden,“ fordert deshalb Jörg Mayer. „Nur so bringen wir Klimaschutz auf die Straße und verbessern die Netzintegration von Wind und Sonne.“

Die Studie von Energie Impuls OWL sowie ausführliche Hintergrund­informationen und Grafiken finden Sie unter http://www.unendlich-viel-energie.de/de/verkehr.

 

 


Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien



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