Gut ein Drittel des Pkw-Bestandes liegt bei der CO2-Emission unterhalb von 160 g/km, wobei selbst dieser Wert aus Klimaschutzsicht noch viel zu hoch ist - bis 2015 muss er auf 137 Gramm im Flottendurchschnitt sinken.
Zwar sei niemand weltweit in allen Bereichen vorn. Allerdings liege Deutschland bei der Produktion von Batteriezellen zwei Jahre hinter der Entwicklung in Asien zurück. «Es gibt keinen Grund, Defizite zu beschönigen», sagte der frühere SAP-Chef. Deutschland müsse aufpassen, wenn Nachbarländer wie Frankreich bei der Förderung der Elektromobilität «mit der Brechstange vorgehen».
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland rollen. Dazu aber sei mehr Tempo notwendig, forderte Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität. "Wir müssen schneller werden, konzentrierter handeln", sagte Kagermann dem "Tagesspiegel".
Kagermann forderte eine rasche Bündelung der mehr als 200 Förderprojekte in Deutschland. Dabei sieht er den Bund finanziell in der Pflicht: Von den vier Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, deren Finanzierung noch offen ist, sollte der Bund 40 Prozent übernehmen.
Aus Sicht von Daimler-Chef Dieter Zetsche kann der Durchbruch beim Elektroauto in Deutschland nur mit Hilfe staatlicher Kaufanreize gelingen. Auf absehbare Zeit reichten weder die Kauflust noch die Kaufkraft der Kunden, um die hohen Kosten der Fahrzeuge zu decken, sagte Zetsche der «Wirtschaftswoche». Er drohte, die Industrie werde mit der Elektroauto-Technologie notfalls auch aus Deutschland abwandern.
Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, verlangte steuerliche Vergünstigungen oder Abschreibungsimpulse, etwa bei Firmenwagen ab 2012, um den Absatz von Elektroautos zu steigern.

