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TÜV prüft Elektroautos - Stresstests für Akkus (08.04.2011)

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 umweltfreundlich durchs Land rollen. Der TÜV prüft E-Auto-Akkus - halten sie Aufprall, Hitze, Kälte aus, was ist mit Kurzschlussgefahr? Kommt ein vorzeitiges Aus für Atomstrom, könnte das aber die Euphorie ums E-Auto bremsen.

Köln - Es geht rabiat zu im Test beim TÜV Rheinland. Aus Sicherheitsgründen - für das Elektroauto, Hoffnungsträger in Zeiten von Ölknappheit und Klimawandel. «Elektroautos müssen genauso sicher sein wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb», sagt TÜV-Vorstand Thomas Aubel. Aber: Vom E-Auto gehen andere Gefahren aus als von herkömmlichen Fahrzeugen. Hochspannungstechnologie steckt unter der Motorhaube. «Wird nach einem Crash der Strom der Lithium-Ionen- Batterie nicht automatisch abgeschaltet, drohen Verletzungen durch Hochvoltstromschläge», erklärt Achim Schmitz, Geschäftsführer von TPV Rheinland TNO Automotive International.

Bild: Wikimedia /Mariordo CC3.0In mehreren Laboren testen Ingenieure Akkus für E-Autos unter Extrembedingungen. Temperaturen bis 75 Grad, einen Aufprall aus großer Höhe und schwere Stöße müssen die Akkus verkraften. Ein Batterie-Überladen darf nicht gefährlich sein. Die technologische Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, sagt Friedrich Hecker, TÜV-Rheinland-Vorstandschef, am Donnerstag in Köln. Batterie-Tests laufen in China und Japan, ein Prüflabor in Nürnberg kommt im Sommer hinzu. Nach Checks in einer Crashanlage im niederländischen Helmond gab es vom TÜV erstmals grünes Licht für ein E-Auto (Mitsubishi i-MiEV). «Elektromobilität ist keine Zukunftsmusik, sondern unser Geschäft», erklärt Hecker.

Die Bedingungen fürs E-Auto könnten sich nun aber verschlechtern. Kommt es zum vorzeitigen Aus für Atomstrom, wird das Bremsspuren hinterlassen, glauben Experten. «Der Strom wird teurer, die enorme Preisdifferenz zwischen Autos mit konventionellem Antrieb und E-Motor noch größer», erwartet Stefan Bratzel, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach. «Nach der Riesen-Euphorie der letzten ein, zwei Jahre stellt sich Ernüchterung ein.» Schon jetzt kostet ein Auto mit E-Motor drei bis viermal mehr als ein Wagen mit Verbrennungsmotor.

Auch Experte Willi Diez vom Automobil-Institut in Geislingen betonte jüngst, ein Ende des Atomstroms werde den Erfolg des E-Autos schmälern. Bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung eine Million E-Autos durchs Land fahren. «Das ist auch nicht ansatzweise ohne Subvention zu schaffen», glaubt Bratzel. Derzeit sind 40 000 Wagen mit Elektro- oder Hybridantrieb unterwegs.

Die Autobranche sieht große Chancen auf dem stagnierenden europäischen Markt und investiert Milliarden. Deutsche Autobauer wollen in naher Zukunft eigene Modelle auf den Markt bringen, noch fahren nur E-Autos ausländischer Hersteller. Die Industrie hatte aber oft die Bedeutung des günstigen Atomstroms hervorgehoben, der nun schneller als geplant Vergangenheit sein könnte. Ein Abwandern von Technologie und Entwicklung ins Ausland befürchtet Bratzel: «Ich sehe die Gefahr des Transrapid-Effekts. Der Transrapid wurde hier erfunden und ist hier gestorben.» Man brauche staatliche Förderung, wie auch in anderen Ländern. Berlin lehnt Kauf-Subventionen für E-Autos ab.

Nun bei der Entwicklung aber weniger Gas zu geben, wäre ein Fehler, warnen Experten. Bratzel: «Trend muss umso mehr werden, Strom aus regenerativen Quellen zu gewinnen, auch wenn es dadurch beim derzeitigen Energiemix natürlich nicht günstiger wird.» Greenpeace zufolge ist ein E-Auto ohnehin nicht klimafreundlich und CO2-neutral, solange es auch mit Strom aus Kohlekraftwerken fährt.

Ungelöst ist das Problem Batterie-Aufladen. «Jeder bräuchte eine eigene Garage mit Ladestation. Man müsste öffentliche Parkplätze zum Aufladen haben, die überwacht werden, denn wer will schon über Nacht sein Kabel unbewacht aus dem Auto hängen lassen», sagt Bratzel. Mit einer breiten Akzeptanz sei es ohne gutes Ladenetz ganz schwierig. Dabei ist die Mehrheit der Bevölkerung laut TÜV-Umfrage unter 1000 Bürgern generell aufgeschlossen: Für 54 Prozent kommt ein Kauf in den nächsten fünf Jahren infrage, Männer sind offener als Frauen.


Von Yuriko Wahl, dpa

© Bild: Wikimedia /Mariordo CC3.0



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