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BMW und Toyota vertiefen Partnerschaft bei alternativen Antrieben (29.06.2012)

Gemeinsam ist man stärker. Das gilt längst auch in der Autobranche. Etliche Hersteller und Zulieferer ziehen Kooperationen Übernahmen vor. Auch BMW und Toyota sind Partner - und rücken nun technisch enger zusammen. Und das auf durchaus heiklen Feldern.

München BMW und Toyota schmieden bei der Entwicklung alternativer Antriebe ein weitreichendes Bündnis. Die Autobauer wollen künftig vor allem bei Brennstoffzellen, im Leichtbau, der Elektrifizierung von Antriebssystemen und bei der Architektur eines Sportwagens eng zusammenarbeiten - und bauen dafür ihre seit Dezember bestehende Partnerschaft massiv aus. «Durch die Zusammenarbeit schaffen wir die Voraussetzung, damit beide Unternehmen in puncto Innovationen und Nachhaltigkeit auch in Zukunft in ihrem jeweiligen Segment führend sind», sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Freitag.

Details nannten Reithofer und Toyota-Chef Akio Toyoda allerdings nicht. Wo und wie genau die beiden Konzerne die Projekte umsetzen, solle in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Dabei gehe es auch darum, das Vertrauen in die Partnerschaft zu stärken. Und tatsächlich wagen sich die Bayern und die Japaner auf ein heikles Feld. Zwar sind enge technische Kooperationen in der Branche längst Alltag, doch gerade bei der Forschung und Entwicklung von Schlüsseltechnologien lassen sich viele Hersteller meist nur ungern in die Karten schauen.

Grüne Ampel Bild: pixelio / GabischDie Branchenkrise 2008 und 2009, aber auch der Klimawandel und die Debatte um alternative Antriebe haben den Druck auf die Autobauer, neue Konzepte zu entwicklen, aber erhöht. Partnerschaften werden so immer wichtiger, denn für die Forschung und Entwicklung müssen Milliardenkosten geschultert werden - und kostspielige Übernahmen haben in der Branche häufig teure Probleme gebracht und wenig genutzt. Inzwischen haben die meisten Hersteller Kooperationen mit Rivalen. So baut VW mit Daimler einen Transporter, Fiat arbeitet mit PSA (Peugeot) zusammen. Auch gegenseitige Beteiligungen gibt es.

BMW und Toyota wollen diesen Weg aber gerade nicht gehen. Es gehe nur um die Zusammenarbeit auf technischem Gebiet, stellten Toyoda und Reithofer klar. BMW pocht auf seine Eigenständigkeit. Doch als vergleichsweise kleiner Autobauer sind die Münchner noch eher auf Partnerschaften angewiesen, haben aber auch etwas zu bieten: Die Bayern haben gerade beim Thema Leichtbau bereits einige Erfahrung, auch dank der Entwicklung der Carbon-Karosserie für die Elektroautos i3 und i8. Toyota gilt vor allem bei Hybridfahrzeugen als führend. «Unsere Firmen werden dadurch beide stärker», sagte Toyota-Chef Akio Toyoda. Beide Konzerne seien ideale Partner. «Wir teilen die gleiche strategische Vision, wie eine nachhaltige Mobilität von morgen aussehen kann», sagte Reithofer.

Bereits im Dezember hatten die Konzerne die Lieferung von Dieselmotoren an die Japaner vereinbart, aber auch gemeinsame Grundlagenforschung. Mit dem Ausbau jetzt hat BMW zudem einen Ersatz für eine bisher angedachte Kooperation mit General Motors (GM) bei Brennstoffzellen gefunden.

Am Donnerstag hatte BMW mitgeteilt, bei diesem Thema nicht mehr mit dem US-Autoriesen zu verhandeln. Die noch bis zum Jahr 2016 laufende Motorenpartnerschaft mit GM-Partner PSA (Peugeot) für die Tochter Mini werde aber weiterlaufen. Daneben kauft BMW etwa mit Daimler bestimmte, nicht sichtbare Teile gemeinsam ein. Seit langem sind etwa Scheinwerfer, Reifen, Sitze, Airbags oder Fenster Zulieferteile, die eingekauft werden. Und je größer die Menge, desto günstiger der Preis - ein Vorteil für Branchenriesen wie VW.


Von Sebastian Raabe, dpa

© Grüne Ampel Bild: pixelio / Gabisch



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