Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Klima & Wirtschaft » Mobilität
Seite empfehlen

EU-Kommission: Autos sollen klimafreundlicher werden (12.07.2012)

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard sorgt in der Autoindustrie mit neuen Verbrauchs-Vorgaben für Wirbel. Die Verbände befürchten Wettbewerbsnachteile. Umweltschützern dagegen sind die Pläne zu lasch.

Brüssel - Die EU-Kommission will die Autoindustrie beim Klimaschutz zu schärferen Auflagen verpflichten. Demnach sollen Neuwagen in Europa künftig weniger Treibhausgas CO2 ausstoßen. Dazu legte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Mittwoch in Brüssel einen Vorschlag vor. Das soll nicht nur dem Klima dienen: Verbraucher könnten so während der Betriebsdauer ihres Wagens nach EU-Angaben an der Tankstelle bis zu 3800 Euro sparen. Selbst bei steigenden Autopreisen spare der Besitzer langfristig. Die EU-Staaten und das Parlament müssen den Vorschlägen noch zustimmen.

Klimakommissarin Connie Heedegard Bild: EUBis zum Jahr 2020 sollen neu gebaute Pkw durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Der Durchschnitt bezieht sich auf die gesamte europäische Fahrzeugflotte aller Hersteller. Das entspricht der Umweltorganisation Greenpeace zufolge 3,9 Litern Benzin oder 3,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern. 2011 betrug der Wert 135,7 Gramm, die verbindliche Zielvorgabe für 2015 liegt bei 130 Gramm.

Der 95-Gramm-Wert war bereits 2008 entschieden worden. Die Kommission hat nun Vorschläge gemacht, wie genau er errechnet werden soll - und zwar im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht. Diese Vorgaben seien für alle Hersteller gleichermaßen strikt, versicherte Hedegaard: «Was wir heute vorschlagen, ist eine faire und ausgewogene Richtlinie.»

Um die komplizierte Formel zu verdeutlichen, griff Klimakommissarin Hedegaard zum Vergleich: Wenn ein übergewichtiger und ein schlanker Mensch die gleiche Anzahl Kilos verlieren sollten, sei das nicht gerade fair. Die Hersteller verbrauchsintensiverer, schwerer Wagen sollen sich deshalb stärker verbessern. Den Deutschen, stark in der Oberklasse, war das ein Dorn im Auge: Sie hatten laut EU-Diplomaten auf weniger scharfe Vorgaben gedrängt.

Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland hingegen begrüßte den Druck auf die Produzenten: «Anstatt zu jammern sollten die deutschen Hersteller ihr technologisches Know-How ausspielen. Angesichts steigender Verkaufszahlen und Rekordgewinne sind die Kassen für die Entwicklung spritsparender Autos gut gefüllt.»

Umweltverbänden sind die Pläne immer noch zu lasch - sie fordern ebenso wie die Grünen einen Grenzwert von 80 Gramm CO2 pro Kilometer. Franziska Achterberg von Greenpeace sagte, der Vorschlag lasse zwei Schlupflöcher. So sei für leichte Nutzfahrzeuge nur ein Grenzwert von 147 Gramm pro Kilometer vorgesehen, die Verschärfung falle deutlich geringer aus als für Pkw. Zudem dürften Hersteller besonders spritsparende Fahrzeuge wie Elektroautos mit dem Faktor 1,3 anrechnen lassen.

Aus Sicht des europäischen Auto-Branchenverbands ACEA dagegen sind die Grenzwerte eine große Herausforderung für die Hersteller. «Dies sind strenge Ziele - die strengsten der Welt», sagte ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac. Dies werde die Herstellungskosten in Europa weiter erhöhen und sei ein Wettbewerbsnachteil fürchtet der Dachverband ebenso wie der deutsche VDA. Der ACEA verwies zudem auf die derzeit schwierige Marktlage in Europa. Der Autoabsatz in der EU ist angesichts der Schuldenkrise auf Talfahrt.


Quelle: dpa

© Klimakommissarin Connie Heedegard Bild: EU



GLS Bank


17.05.2013

Bundesverband Solarwirtschaft zeigt mehr Einsatz für Solarstom-Speicher

Windenergiereport 2012: Branche wächst weiter

CO2 - Marktbericht vom 17.05.2013

Meeresspiegel: Ein Drittel des Anstiegs kommt aktuell von Gletschern

Vulkane sorgen für Klimagas-Schwankungen

Gipfelthemen zur EU-Energiepolitik

Bundestag kippt Verbot von Nachtspeicheröfen

16.05.2013

Überschuss an Verschmutzungsrechten im CO2-Handel 2012 verdoppelt

EU-Kommission zieht gemischte Bilanz für Emissionen im Jahr 2012

Fraunhofer IPA entwickelt Optimierungsverfahren für energieeffiziente Industrieroboter

Emissionshandel: Kommission kann Verhandlungen mit Australien beginnen

Naturkatastrophen immer teurer - Billionen-Schäden

China warnt EU im Solar-Streit vor Schaden für Handelsbeziehungen

CO2 - Marktbericht vom 16.05.2013

Netzausbau kein Engpass für die Energiewende

Ein Jahr Altmaier: Heiter bis wolkig

15.05.2013

25.06. - 27.06.2013 Konferenz Climate Change and Nature Conservation in Europe – an ecological, policy and economic perspective

Greenpeace-Protest gegen Altmaiers Vorschläge zu KFZ-Grenzwerten

Studie: Durch optimale Standortwahl könnten 45 Mrd. Euro bei der Investition in erneuerbare Energien eingespart werden

Indonesien schützt Regenwälder weiter vor dem Abholzen

RWE verdient operativ weniger - Harter Winter mindert Rückgang

CO2 - Marktbericht vom 15.05.2013

14.05.2013

Abgeschiedenes Kohlenstoffdioxid als Düngemittel

BUND und DUH fordern politisches Eingreifen gegen die Kohlekraft

Oberlandesgericht Hamm weist Klage gegen EEG-Umlage ab

Novelle der Energieeinsparverordnung in der Kritik

Branchenmonitor Energieeffizienz 2013 der Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz

Merkel: Steuerungsinstrumente bei Energiewende vereinheitlichen

CO2 - Marktbericht vom 14.05.2013

13.05.2013

Grüner Strom Label wächst 2012 deutlich

CO2 - Marktbericht vom 13.05.2013

Deutsche Umwelthilfe fordert Eingreifen des Staates gegen manipulierte Herstellerangaben zum Spritverbrauch

Veraltete Heiztechnik in deutschen Haushalten

Studie: Schnelle Begrenzung der Emissionen kann viele Arten retten