Interessant ist für die befragten Unternehmen Corporate Carsharing in Kombination mit Elektromobilität.
Die Ergebnisse des zweiten Carsharing-Barometers des Automotive Institute for Management (AIM) zeigen, dass Carsharing weiterhin deutliches Wachstumspotenzial bietet – sowohl bei der privaten als auch bei der gewerblichen Nutzung. Der Carsharing-Markt kann derzeit ein hohes Wachstum verzeichnen. Insbesondere deutsche Automobilhersteller wie Daimler mit car2go, BMW mit DriveNow und VW mit Quicar haben ihr Angebot in den vergangenen eineinhalb Jahren weltweit deutlich ausgebaut und oft auch mit Elektrofahrzeugen verknüpft.
Auf Konsumentenseite nimmt der Bekanntheitsgrad zu: Mehr als drei Viertel der deutschen kennen Carsharing und jeder Zweite hat ein korrektes Verständnis von diesem Angebot. Während bisher nur Wenige Carsharing schon nutzen, können sich über zwei Drittel der Deutschen in der Altersgruppe von 18-44 Jahren die Carsharing-Nutzung vorstellen, in der Gruppe über 44 Jahre sind es immerhin noch rund 50 Prozent der Befragten.
Immerhin, grundsätzlich könnte sich inzwischen jeder zweite Deutsche Carsharing als Alternative zum Autokauf vorstellen, fast ein Viertel kann sich dies sogar sehr gut vorstellen. Insgesamt passt Carsharing für die Deutschen gut in die heutige Zeit und wird überwiegend als „zeitgemäß“ wahrgenommen – zugleich aber auch weniger als „cool“. Am meisten Interesse zeigen die 18 bis 30-Jährigen. „Der Carsharing-Markt ist massiv in Bewegung“, so Tobias Schäfers, wissenschaftlicher Leiter der Studie und ergänzt: „Nach oben ist weiterhin noch viel Luft!“
Auch die organisierte gewerbliche Nutzung von Carsharing gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das sogenannte Corporate Carsharing bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine Flotte von Fahrzeugen eines externen Dienstleisters im Full Service flexibel zu nutzen. Mitarbeiter können die Fahrzeuge für Dienstfahrten oder auch für private Fahrten nutzen. Berechnet wird dabei nur die tatsächliche Nutzung. „Mit Corporate Carsharing können Unternehmen die Nutzung ihres Fuhrparks deutlich flexibler gestalten“, so Schäfers, „da auch Einwegfahrten oder die ergänzende private Nutzung möglich sind.“
Die aktuelle Nutzung von Corporate Carsharing ist 3,5 Prozent nicht sehr hoch, allerdings können sich rund 44 Prozent der Unternehmen vorstellen, dieses Mobilitätskonzept zu nutzen. Skeptisch sehen die Fuhrpark-Managern das tatsächliche Kostensenkungspotenzial durch Corporate Carsharing: mehr als die Hälfte glaubt nicht, dass sie die Fuhrparkkosten dadurch substanziell senken könnten. „Hier sind die Anbieter von Corporate Carsharing in der Bringschuld“, so Schäfers.
Zudem sind weitere Ansatzpunkte für Wachstum erkennbar, denn in den meisten Unternehmen stehen wenige freie Poolfahrzeuge einer großen Anzahl an geeigneten Mitarbeitern gegenüber. Der Nutzung von Elektrofahrzeugen im Rahmen von Corporate Carsharing gegenüber besteht hingegen große Aufgeschlossenheit; mehr als jedes zweite Unternehmen kann sich vorstellen, Elektrofahrzeuge in diesem Rahmen zu nutzen. Damit kann Corporate Carsharing auch zur schnelleren Verbreitung der Elektromobilität einen Beitrag leisten, die ohne solche Anreize aller Wahrscheinlichkeit nach eine langwierige Markteintrittsphase vor sich haben wird.
Franz-Rudolf Esch, akademischer Direktor des AIM, prophezeit modernen und flexiblen Mobilitätsdienstleistung im privaten Bereich beste Wachstumschancen. Allerdings, so seine Empfehlung, müssen die Anbieter noch stärker ihre Lifestyle-Positionierung betonen, das Angebot cooler erscheinen lassen und auch das Interesse der älteren Zielgruppe wecken. Auch für Anbieter von Corporate Carsharing hat er klare Empfehlungen: „Hier gilt es, traditionelle Denkblockaden im Fuhrpark-Management aufzuweichen. Eine klare Verdeutlichung von Kostensenkungspotenzialen wird helfen, die Marktpotenziale auszunutzen."

