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Weltklimarat stellt sich der Kritik wegen falscher Daten (14.05.2010)

Rajendra Pachauri Bild: dpaAmsterdam/Hamburg - Nachdem der Weltklimarat (IPCC) wegen falscher Daten in seinem jüngsten Report in die Kritik geraten war, hat sich IPCC-Chef Rajendra Pachauri einem Kontrollgremium der UN gestellt. «Wir machen alles, was menschenmöglich ist», sagte Pachauri am Freitag auf dem ersten Treffen des Gremiums, dem InterAcademy Council (IAC), in Amsterdam.

Sicherlich müsse der Weltklimarat jedoch weiterhin Daten berücksichtigen, die kein wissenschaftliches Prüfverfahren (peer review) durchlaufen haben. Darunter seien Daten von Regierungen, UN- Organisationen aber etwa auch der WWF-Beitrag zum Gletscherrückgang. Darin hieß es, dass die Himalaya-Gletscher bis 2035 geschmolzen sein könnten - anstatt bis 2350. Da habe der Autor einen Fehler gemacht und der Prüfer habe ihn übersehen, bedauerte Pachauri. Der Fehler habe das System durchbrochen und sich der Aufmerksamkeit des IPCC entzogen. «Aber das ändert nichts an dem Fakt, dass die Gletscher schmelzen.»

Prof. Wolfgang Cramer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung begrüßte den Kontrollrat der UN und das Verfahren zur Überprüfung des IPCC. «Dieser Prozess ist sehr wichtig, damit die Forscher wieder an die Arbeit kommen.» Das sei gerade jetzt in der Startphase zum fünften Klimareport wichtig. Die Fehler seien von einigen Stellen extrem aufgebauscht worden und es habe viel Zeit gekostet, darauf zu reagieren.

Der Klimafolgenforscher verwies auf die schon jetzt äußerst geringe Fehlerquote. Im zweiten Teil des jüngsten Klimareports von 1000 Druckseiten sei nur ein wissenschaftlicher Fehler entdeckt worden. «Es braucht keine neuen Regeln, die vorhandenen müssen aber konsequent umgesetzt werden.»

Man könne jedoch noch so viel Kontrolle einführen, «wichtig bleiben jedoch die einzelnen Autoren», betonte Pachauri. Sie arbeiten freiwillig und ohne Geld an den Klimaberichten. Gerade sei das IPCC dabei, die Autoren für den 5. IPCC-Bericht auszuwählen.

Pachauri verwies auf die enorme Komplexität, die der Klimabericht inzwischen erreicht habe: Am Vierten Weltklimareport haben 1250 Autoren und 2500 Experten zum Prüfen der Daten mitgearbeitet. Von 1991 bis 1995 seien rund 5000 Fachartikel veröffentlicht worden, 2001 bis 2005 seien es schon rund 20 000 gewesen.

Bereits beim vergangenen Report gab es eine Reihe von Prüfstationen: Die Regierung schlagen Autoren vor, ein Expertengremium sucht sie aus. Der erste Entwurf der Autoren wird von einem Experten gegengelesen, auf den darauffolgenden zweiten Entwurf schauen erneut Experten und Regierungsentsandte. Der letzte Entwurf schließlich wird vor der Veröffentlichung abermals von Regierungen und Experten geprüft.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den IAC mit Sitz in Amsterdam im März als Berater für den Weltklimarat eingesetzt.


InterAcademy Council www.interacademycouncil.net


Quelle: dpa



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