Es widerlegte den in Expertenkreisen auch als „Klathratkanonen-Hypothese“ bezeichneten Erklärungsansatz, dass Methan-Ausstöße am Meeresboden für eine höhere Methankonzentration und die Klimaerwärmung verantwortlich waren.
Bild links: Eispolygone im Lena-Delta. Vor allem Feuchtgebiete in hohen nördlichen Breiten waren verantwortlich für den Methananstieg vor 40.000 Jahren: Netzartige Strukturen aus Eiskeilpolygonen geben der sibirischen Permafrostlandschaft ein unverwechselbares Aussehen. (Foto: K. Piel)
Die Forscher betonen jedoch, dass die Verhältnisse vor 40.000 Jahren nicht mit der heutigen Klimaentwicklung vergleichbar sind: «Unsere Ergebnisse bedeuten nicht, dass Methan oder Treibhausgase generell für die Klimaerwärmung keine Rolle spielen. Was unsere Studie zeigt, sind natürliche Verhältnisse vor 40.000 Jahren, lange bevor der Mensch mit dem Ausstoß von Treibhausgasen das globale Klima beeinflusst hat. In jener Zeit verursachten Klimaerwärmungen einen natürlichen Anstieg der Treibhausgase und diese dann wieder einen verstärkten Treibhauseffekt. Heute werden zusätzliches Methan und Kohlendioxid durch den Menschen künstlich in die Atmosphäre eingebracht und verursachen dadurch erst die Klimaerwärmung.»
Vor diesem Hintergrund sind die Forschungsarbeiten des Alfred-Wegener-Instituts in den arktischen Permafrostregionen besonders aktuell.
Neuartige Messmethode: Eindeutige «Fingerabdrücke»
Natürlicherweise haben einige Methan-Moleküle (CH4) ein Neutron mehr im Kern der Wasserstoff- oder Kohlenstoffatome und sind dadurch etwas schwerer. Das Methan aus terrestrischen Feuchtgebieten besitzt weniger Moleküle mit dem schweren Wasserstoff-Atom als jenes, welches aus dem Meer stammt. Die marinen und terrestrischen Methanquellen haben somit eindeutige «isotopische Fingerabdrücke». Mit diesen Fingerabdrücken ist es möglich, ihre relativen Beiträge zu atmosphärischen Methan-Ausstößen zu quantifizieren. Zu den eindeutigen Ergebnissen, die jetzt in Science veröffentlicht wurden, kam das internationale Forscherteam mit einer neuen, eigens an der Universität Bern und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung entwickelten, sehr präzisen Messmethode, um diese «Fingerabdrücke» an Eisbohrkernen abzunehmen.
Quellenangabe: Bock, M.; Schmitt, J.; Möller, L.; Spahni, R.; Blunier, T. & Fischer, H. (2010), Hydrogen isotopes preclude marine hydrate CH4 emissions at the onset of Dansgaard-Oeschger events, veröffentlicht in der Zeitschrift „Science“ am 25.06.2010).

