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Niedersachsen entwickelt sich zum Zentrum der Windenergieforschung (23.08.2010)

HANNOVER/OLDENBURG. Mit einem wohl einmaligen Rechner-Netzwerk, das mehr als 1000 Prozessoren umfasst, setzt die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg neue Maßstäbe in der Windenergieforschung und in der Entwicklung von Windkraftanlagen. Um unter anderem hochkomplexe Strömungs- und Umgebungsberechnungen durchführen zu können, erhält die Hochschule jetzt Fördergeld von rund 3 Millionen Euro aus dem Bundesumweltministerium.

Niedersachsen investiert bis 2013 rund 17 Millionen Euro in den Ausbau der Windenergieforschung mit den Schwerpunkten an den Universitäten in Oldenburg, Hannover und auch in Kooperation mit Bremen sowie dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik. Alle Standorte profitieren von der neuen Rechnertechnik.

Bild: Pixelio/eastpics„Die aktuelle Förderentscheidung belegt einmal mehr, dass sich die Windenergieforschung immer deutlicher in Niedersachsen konzentriert. Faktisch ist der Nordwesten in wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht bereits das deutsche Zentrum der Windenergieforschung mit internationalem Anspruch. Zudem verfügen wir über das notwendige industrielle Know-how“, sagte Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka.

Die Universitäten in Hannover und Oldenburg haben früh den Vorteil einer Bündelung der beiderseitigen Stärken auf dem Gebiet der Windenergieforschung erkannt. Seit 2004 haben sie durch die Förderung des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums ihre sich ergänzenden Kompetenzen in dem gemeinsamen Zentrum für Windenergieforschung - ForWind - gebündelt. Von 2004 bis 2009 konnten so rund 30 Millionen Euro an Drittmitteln aus nationalen und europäischen Quellen eingeworben werden. Im Jahr 2009 ist die Universität Bremen ForWind beigetreten.

In insgesamt 20 Instituten unterschiedlicher Fakultäten und Fachbereiche befassen sich rund 150 Mitarbeiter an den drei Hochschulstandorten mit den Themen, die für Windenergie von Bedeutung sind.

Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen in der Windenergie erfordern einen innovativen Einsatz wirkungsvoller computerbasierter Verfahren. Damit können unter anderem präzise Berechnungen der Umströmung von Rotorblättern und ganzer Windenergieanlagen sowie der Strömung innerhalb von Windparks angestellt werden, die wesentliche Fortschritte in der Anlagenentwicklung erwarten lassen. Zur Unterstützung dieser aufwändigen numerischen Berechnungen trägt jetzt die Anschaffung des Parallelrechner-Clusters mit mehr als 1000 Prozessoren bei. Es soll allen Partnern des ForWind/Fraunhofer-Verbundes zur Verfügung stehen, um die Durchführung von hochgradig rechenintensiven Aufgaben für die Windenergie zu ermöglichen.

Die Einrichtung des Rechner-Clusters trage dazu bei, einen vielfach diskutierten Flaschenhals in der Windenergie-Branche bei der Entwicklung der nächsten Generation von Anlagen sowie bei der effizienten Nutzung der Windenergie zu vermeiden, so Professor Dr. Joachim Peinke, Sprecher von ForWind und Leiter der Oldenburger Fraunhofer Projektgruppe.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft



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