Berry Smutny, Vorstandsvorsitzender der OHB-System AG, sieht im Umweltschutz eine globale Herausforderung, auf die nur mit globalen Kooperationen geantwortet werden kann. "Diese Kooperation zeigt, dass Raumfahrt eine Schlüsseltechnologie für den globalen Umweltschutz ist. Denn die globale Überwachung der CO2-Emissionen ist nur aus dem Weltraum machbar." Man hofft auf weitere internationale Beteiligungen."
Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit ist der Vorschlag für ein satellitengestütztes globales Mess- und Überwachungssystem für die Treibhausgase CO2 und Methan, genannt „CarbonSat"-Konstellation. Diese Idee basiert auf den bisherigen Forschungsarbeiten mit dem ESA-Satelliten ENVISAT, dem Messinstrument "Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography" (SCIAMACHY) und entsprechenden chinesischen Forschungsarbeiten.
Die Zunahme der Treibhausgase ist ein Treiber der globalen Erwärmung. Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) sind die beiden wichtigsten Treibhausgase, wobei CO2 zu 60% und Methan zu 20% für die globale Erwärmung seit der industriellen Revolution verantwortlich sind. Die bisherigen Ergebnisse zeigen allerdings, dass zu einer genaueren Modellierung der atmosphärischen Erwärmung, die durch diese beiden Gase verursacht werden, präzisere und häufigere Messungen notwendig sind.
Dazu haben OHB-System und das Institut für Umweltphysik (IUP) der Universität Bremen, mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Wirtschaftsförderung Bremen, ein neues Messkonzept auf der Basis einer Satellitenkonstellation mit weiterentwickelten Sensoren erarbeitet. Diese entwickelten Konzepte und Technologien sind weltweit führend. Damit werden zum ersten Mal tägliche und örtlich hochaufgelöste Messungen weltweit möglich und somit erstmalig eine verlässliche Datenbasis geschaffen, die als Grundlage für sicherere Vorhersagen von Klimaveränderungen und daraus resultierende politische und wirtschaftliche Entscheidungen dienen.
Eine Kooperation für die satellitengestützte Überwachung der Treibhausgase mit dem Partner China ist mit einer gemeinsamen Satellitenlösung ein besonders sichtbarer und substantieller Beitrag zur Erfüllung des Kyoto-Protokolls. Zusätzlich wird eine gemeinsame Satellitenlösung die Kosten für die beteiligten Partner deutlich reduzieren.
Auf der Basis eines deutschen Prototypsatelliten soll hiermit eine deutsch-chinesische Satellitenkonstellation geschaffen werden, zu der noch weitere Partnerländer zusätzliche Satelliten beistellen können. Dieses System wäre für alle Staaten offen und transparent, so dass damit erstmalig eine weltweit akzeptierte Klimadatenbasis zu Verfügung stehen würde.
Die Umsetzung dieses Vorschlags bedeutet gleichzeitig eine hochtechnologische Herausforderung in der Satellitensystemtechnik, der optischen Instrumentenentwicklung und der Datenverarbeitung in Deutschland und der Volksrepublik China.

