Es gilt als der erfolgreichste internationale Umweltvertrag – das inzwischen von 196 Ländern ratifizierte Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. FCKW und andere Ozonkiller werden als Folge davon in den kommenden Jahrzehnten nach und nach aus der Atmosphäre verschwinden. Von den sinkenden Konzentrationen profitiert auch das Klima, denn viele FCKW sind äußerst treibhausaktiv.
So weit, so gut. Doch in vielen Prozessen, in denen früher FCKW eingesetzt wurden, kommen seither in zunehmendem Maße fluorierte Ersatzstoffe zum Einsatz, etwa Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Das sind vereinfacht gesagt chemisch ähnliche Stoffe aber ohne Chlor. Verwendung finden FKW als Kühlmittel in Klimaanlagen und Kühlschränken, als Treibmittel für Sprays, als Lösungsmittel oder als Schäummittel bei der Schaumstoffherstellung. Der Haken an der Sache: FKW sind ebenfalls äußerst klimaaktiv. Das in Autoklimaanlagen verwendete FKW-134a zum Beispiel ist 1430-mal stärker als das «klassische» Treibhausgas Kohlendioxid (CO2).
Das Verbot hat Erfolg. Man hat errechnet, dass alleine im Jahr 2010 das Äquivalent von zehn Milliarden Tonnen CO2 eingespart wurde.
Velders, Reimann und ihre Co-Autoren fürchten nun, dass dieser Nutzen durch den jährlich um rund 10 bis 15 Prozent zunehmenden Ausstoß an FKW bald «verspielt» sein dürfte. Für Empa-Forscher Reimann ist daher klar: «Langlebige FKW sollten nicht mehr in dem Ausmaß eingesetzt werden.» Denn, so Reimann, «chemische und technologische Alternativen sind vorhanden.» Er verdeutlicht dies am Beispiel Kühlschrank. In den USA würden Kühlschränke unter anderem mit FKW-134a gekühlt; in der Schweiz ist dieser Stoff in Kühlschränken verboten, stattdessen verwende man klimaneutrale Kohlenwasserstoffe.

