Denn allein durch das Anpflanzen von Mais, Raps oder Palmöl entstehen oft mehr Treibhausgase als durch die daraus gewonnenen Biokraftstoffe eingespart werden. Das geht aus drei Studien hervor, die in den Journalen «Science» (online vorab veröffentlicht) und «Atmospheric Chemistry and Physics» veröffentlich werden.
Für Biosprit wird Tropenwald zerstört und in Agrarland umgewandelt. Zudem setzt Dünger nach Auskunft des Chemie-Nobelpreisträgers Paul Crutzen wesentlich mehr des gefährlichen Treibhausgases Lachgas frei als bislang gedacht. Lediglich Kraftstoffe aus Abfällen in Land- und Forstwirtschaft oder aus Gräsern mit weniger Düngereinsatz weisen demnach eine gute Klimabilanz auf.
Durch die Brandrodung in Indonesien entstehe mehr als 400 Mal so viel Kohlendioxid wie mit Hilfe von Palmöl auf derselben Fläche pro Jahr gespart werden könne, berichtet Hauptautor Joe Fargione von der Umweltorganisation The Nature Conservancy in «Science». Brasilianischer Regenwald, der in Soja-Plantagen umgewandelt wird, setze 300 Mal mehr Kohlendioxid frei als der Biosprit pro Jahr spare. Ein Team um Timothy Searchinger von der Princeton University berechnete in einer «Science»-Studie, dass die Produktion von Ethanol aus Mais den Ausstoß der Treibhausgase für 167 Jahre erhöht, wenn dafür eigens Land umgewandelt wurde.
«Wenn man die globale Erwärmung bremsen möchte, macht es schlicht keinen Sinn, Land für Biosprit umzuwandeln», erklärt Fargione in eine Mitteilung seiner Universität. Und er verweist noch auf die mögliche Knappheit von Nahrungsmitteln. «Die weltweite Landwirtschaft produziert derzeit Nahrung für sechs Milliarden Menschen.» Für die Produktion von Biosprit wäre es nötig, noch mehr Land in Agrarflächen umzuwandeln. Südafrika verschob kürzlich die geplante Biosprit- Produktion aus Mais, weil die Pflanze Grundnahrungsmittel besonders für arme Familien in dem Land ist.
Nach Angaben des Nobelpreisträgers Crutzen vom Max-Planck- Institut für Chemie in Mainz setzt der benötigte Pflanzendünger drei bis fünfmal mehr Lachgas frei als der Weltklimarat IPCC bislang angenommen hat («Atmospheric Chemistry and Physics», Bd. 8, S. 389). Das stickstoffhaltige Lachgas erwärmt die Atmosphäre 300 Mal so stark wie Kohlendioxid. Biodiesel aus Raps sei schon aus diesem Grund 1 bis 1,7 Mal klimaschädlicher als normaler Treibstoff, Bioethanol aus Mais bis zu 1,5 Mal. 80 Prozent des weltweiten Biodiesels werde aus Raps produziert. Nur Zuckerrohr kommt günstiger weg, da es nicht oder wenig gedüngt werde.
Nach Ansicht von Searchinger darf dafür jedoch kein Regenwald gerodet werden. «Ich bin nicht generell gegen Biosprit, sondern nur dagegen, wie er momentan angewendet wird», sagt Crutzen. Er forderte eine umfassende, kritische Treibhausgas-Bilanz für jeden Biokraftstoff. Der Nobelpreisträger hatte seine Studie bereits im September im Internet zur Diskussion gestellt. Ende Januar wurde sie nun ohne bedeutende Veränderung gedruckt. Die Bundesregierung arbeite derzeit «mit Hochdruck» an einer Verordnung, die Klimabilanz und Naturverbrauch der Biokraftstoffe berücksichtigen soll, betonen Umwelt- und Landwirtschaftministerium in der «Roadmap Biokraftstoffe».
Große Hoffnungen setzen Politiker und Forscher auf Biokraftstoffe der zweiten Generation, die eine besonders gute Klimabilanz haben. Für diesen Sprit können alle Pflanzenteile und damit auch Holzabfall genutzt werden. Holz wird in dem sogenannten BtL-Verfahren (Biomass to Liquid/Biomasse zu Flüssigkeit) etwa erst in Gas umgewandelt und dann zu Ethanol verarbeitet.
19.03.2010
CryoSat-Start am 8. April: Auf eisiger Mission dem Klimawandel auf der Spur
Ungarisches Ministerium konferiert mit BlueNext wegen sCERs
CDU und FDP sehen in einem effektiven Klimaschutzgesetz eine Gefährdung NRWs
Nordpool: CER spot market reopening
'Smart Energy 2020': VDE fordert bessere Rahmenbedingungen für intelligente Stromnetze
US-Fluggesellschaften klagen gegen EU wegen Emissionshandel
Baden-Württemberg will Ausbau der Windkraft forcieren
Aus für Hollands Kilometersteuer
Der Klimawandel bedroht das Wattenmeer
18.03.2010
Uni Stuttgart zeigt zukunftsweisende Projekte zu solarem Bauen
Die 'Lage der Welt 2010': Konsum ist mitverantwortlich für Zerstörung globaler Ökosysteme
Supraleiter für erneuerbare Energien
Fahren unter Strom: Können Elektroautos einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten?
Österreichs Umweltminister Berlakovich nimmt Elektroauto im Dienst
Future common agricultural policy: Parliament kicks off debate
Dramatische Wasserknappheit in Südostasien
Röttgen: zusätzliche Klimakonferenz Anfang Mai in Bonn
17.03.2010
Lord Nicholas Stern: 'Arroganz der Industriestaaten verhinderte Kopenhagen-Erfolg'
IETA issues warning on recycled CERs
Miliband pursues clean coal tech as UK growth sector
'Car2Car-Kommunikation' sorgt für Effizienz im Straßenverkehr und ist für E-Mobile unerlässlich
EU setzt weiter auf Weltklimavertrag
20.21.05.2010: Der Emissionshandel ab 2013
Solarproduzent Solon erhält Bürgschaft über 146 Millionen Euro
Eisendüngung des Meeres birgt Vergiftungsgefahr
Konferenz: Elektromobiliät bietet Chance für Österreichs Städte
Forscher: Zweitwärmster Winter seit 1880
16.03.2010
WWF fordert: Wattenmeer gegen steigenden Meeresspiegel wappnen
US-Stadt Davis verschreibt sich radikaler CO2-Diät
Indien setzt auf eigene Forschung zu Klimaschutzdaten
PwC-Studie 'Renewables Deals 2009': Investoren setzen auf Wasserkraft
Umweltbundesamt fordert Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien
BMU fördert CO2-Reduzierung in der Stahlproduktion mit 30 Mio. Euro
BDH warnt: Klima- und Ressourcenschutz droht Finanzpolitik zum Opfer zu fallen
15.03.2010
Umweltverbände starten Initiative - Ohne NRW sind Klimaschutzziele nicht erreichbar
Potsdam-Institut: Wirtschaftlichkeit des Zwei-Grad-Ziels hängt von Technologien ab
Mexiko fordert Klarheit von EU zu Klimageldern
EU-Artenschutzziel auf 2020 verschoben
Mecklenburg-Vorpommern stellt Aktionsplan Klimaschutz vor
Deutschland erwartet keinen Durchbruch zu Weltklimavertrag in Mexiko
Greenpeace warnt: AKW-Laufzeitverlängerung blockiert 200 Milliarden Euro bis 2030
14.03.2010
UN-Konferenz endet in Parma - Grüne Arbeitsplätze
China fühlte sich bei Klimagipfel brüskiert