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Wuppertal Institut entwickelt Diskussionspapiere zu Klimarisiken im Finanzsektor (20.10.2009)

Wuppertal InstitutEinschlägige Studien zeigen, dass klimabezogene ökonomische Kosten und Risiken signifikante Niveaus erreichen werden. Dennoch wird bisher weder im bankinternen noch im externen Ratingverfahren der Klimawandel als ein potenzieller Risikofaktor verstanden und sind somit Klimarisiken kein wesentlicher Bestandteil der Bonitätsprüfung von Unternehmen.

In dem Diskussionspapier "Einbezug von Klimarisiken im Kreditrating von Kreditinstituten und Ratingagenturen" untersucht Mathias Onischka die Möglichkeiten, klimabezogene Risiken in den Ratingprozess aufzunehmen. In dem Papier "Definition von Klimarisiken und Systematisierung in Risikokaskaden" werden Risiken infolge des Klimawandels systematisch nach differenzierten Kategorien klassifiziert. Beide Papiere sind im Projekt "Climate Mainstreaming - Mainstreaming von Klimarisiken und -chancen im Finanzsektor" entstanden, das vom Wuppertal Institut gemeinsam mit einer Reihe von Partnern und gefördert vom Bundesforschungsministerium durchgeführt wird.

Kurzbeschreibung:
Im Rahmen des Projekts werden ausgehend vom konkreten Bedarf deutscher Finanzdienstleister Lösungen für eine angemessene Berücksichtigung klimabezogener Risiken und Chancen beim Rating von Unternehmen (Analyse), bei Risikoquantifizierung und -kontrolle und Investitionsentscheidung/ Vermögensverwaltung erarbeitet.

FinanzmarktZiel ist die Entwicklung von Instrumenten, Verfahren und Methoden, die es Finanzanalysten, Vermögensverwaltern, Versicherern und Investoren ermöglichen, den Klimawandel bzw. -schutz konsequent zu berücksichtigen. Ein entsprechendes anwendungsbezogenes, expertengestützten Klassifikationssystem soll sich an Tools von Sell-Side-Analysten, Portfoliomanagern bzw. Underwritern orientieren bzw. hier integrierbar sein.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung neuer Ansätze der Risikobewertung. Durch den Klimawandel verändern sich klimabedingte Rahmensetzungen so, dass statistische Verfahren und die einfache Fortschreibung bisheriger Trends keine zuverlässigen Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen ermöglichen. Dadurch müssen immer mehr Entscheidungen unter Ungewissheit getroffen werden. Ein viel versprechender Ansatz sind Methoden des Bayesianischen Risikomanagements. Hierbei wird eine bessere Bewertung der Folgen des Klimawandels, der Klimapolitik und ihrer finanziellen Implikationen möglich. Solche Methoden werden in diesem Projekt entwickelt, angewendet und überprüft.

Darüber hinaus werden Produkte und Verfahren entwickelt, die es erlauben die neuen Methoden des Risikomanagements in das Asset-Management von Versicherung, Banken, Pensionsfonds und anderen Finanzdienstleistern einzubinden. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit ausgewählten Finanzdienstleistern erbracht und den Finanzmarktakteuren zur Verfügung gestellt die damit wichtige Weichen für Anpassung und Klimaschutz der deutschen Wirtschaft stellen können.

Die englische Version "Fincancial market - ready for climate change" erhalten Sie hier


Quelle: Wuppertal Institut



GLS Bank


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