Jedes Kreditinstitut habe 100 Mio EUR eingezahlt, teilten die Europäische Investitionsbank (EIB), Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Caisse des Depots (Frankreich), Cassa Depositi e Prestiti (Italien), Instituto de Credito Oficial (Spanien) und PKO Bank Polski (Polen) am Freitag gemeinsam mit.
Bis zum Schließen des Fonds im Jahr 2011 sollen insgesamt 1,5 Mrd EUR eingesammelt werden. Der Marguerite-Fonds ist Teil des im vergangenen Jahr beschlossenen europäischen Konjunkturpakets und spielt auch eine wichtige Rolle im Rahmen des von der EU-Kommission vorgelegten Strategieplans für Energietechnologie (SET-Plan).
Es handelt sich laut Mitteilung der sechs Banken um die erste gemeinsame Finanzierungsinitiative der führenden europäischen Finanzinstitutionen, die als Modellversuch für weitere ähnliche Fonds dienen soll. Die EU-Staaten haben beschlossen, 80 Mio EUR aus dem Gemeinschaftshaushalt in den Fonds einzuzahlen; das Europäische Parlament muss das allerdings noch genehmigen. Geleitet wird der Fonds von einem Vorstand und einem Aufsichtsrat, zu dessen Vorsitzendem der EIB-Präsident Philippe Maystadt gewählt wurde.
Wie die Banken weiter mitteilten, wird derzeit ein Beirat zusammengestellt, der sich ab Beginn kommenden Jahres um die Auswahl der zu fördernden Projekte kümmern soll. Möglicherweise wird das Volumen des Fonds im Laufe der Zeit auch noch weiter aufgestockt. Das hatte zumindest EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia bei der Präsentation des SET-Plans im Oktober angedeutet. Dieser Plan sieht vor, dass Industrie, EU-Staaten und der EU-Gemeinschaftshaushalt in den kommenden zehn Jahren zusätzlich 50 Mrd EUR für die Energietechnologieforschung aufwenden, damit Europa den Umbau zu einer Kohlendioxid-armen Wirtschaft schafft und seine Klimaschutzziele erreicht.
Auch die Energieversorgungssicherheit soll dadurch verbessert werden. Die jährlichen Investitionen müssten dazu von derzeit rund 3 Mrd EUR auf 8 Mrd EUR erhöht werden. Der Großteil des Geldes soll aus der Privatwirtschaft kommen und Vehikel wie der Marguerite-Fonds sollen dabei helfen, die Summen zusammenzubringen.

