Ferner mahnen die im Verbändekreis kooperierenden Spitzenverbände des Heizungs- und Schornsteinfegerhandwerks, der Gas- und Ölwirtschaft sowie der Heizgeräteindustrie in ihrem gemeinsamen Positionspapier eine uneingeschränkte Technologieoffenheit in der Förderpolitik an und empfehlen als alleinige Bemessungsgröße die Reduzierung des Primärenergiebedarfs.
Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung sieht auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Neben allgemeiner Verunsicherung aufgrund unterschiedlicher Kennwerte in einer Vielzahl von Verordnungen haben die Verbraucherschützer die Unübersichtlichkeit bei den Förderprogrammen als ein Handicap für Sanierungsinteressenten ausgemacht. "Viele Verbraucher wünschen sich ein einziges, zentrales Förderprogramm, das weniger Vorgaben und zugleich weniger Fördervarianten beinhaltet. Und statt Darlehen lieber Zuschüsse oder Steuererleichterungen", erklärt Dr. Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.
Eine Folge der zu komplizierten staatlichen Förderkonditionen: Auch so lohnende Maßnahmen wie Heizungserneuerungen werden trotz ihrer relativ kurzen Amortisationszeiten und ihres Energieeinsparpotenzials von bis zu 30 Prozent vielfach hinausgezögert.
Förderung an Energieeinsparung bemessen
Nach Ansicht des Verbändekreises "Energieeffizienz und Klimaschutz" würde auch eine Verankerung der Reduzierung des Primärenergiebedarfs als einheitliche Mess- und Zielgröße in allen Gesetzen und Förderprogrammen zum Klimaschutz eine wesentliche Vereinfachung bringen. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem eigentlichen Energiebedarf im Gebäude auch die zuvor benötigte Energie für Förderung, Verarbeitung und Transport eines Energieträgers.
"Es wäre sinnvoll, die staatliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen zukünftig an der realisierten Primärenergieeinsparung zu bemessen", sagt Prof. Christian Küchen, Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung (IWO). "Bei einer geänderten Förderpolitik würde pro eingesetztem Förder-Euro ein Maximum an Energieeinsparung erreicht und somit auch der größte Beitrag zu Versorgungssicherheit und Klimaschutz geleistet. Dies könnte man dann wirklich als Effizienz in der Förderpolitik bezeichnen", so Küchen weiter. "Heute werden entweder der Einsatz bestimmter Technologien oder das Erreichen bestimmter energetischer Niveaus gefördert. Letzteres ist häufig mit sehr hohen Investitionen verbunden", kritisiert Küchen die aktuelle Förderpolitik.
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