Zudem übe die Nachfrage nach klimafreundlichen Investitionsmöglichkeiten einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik von Unternehmen aus und verbessere damit die Perspektiven für mehr Klimaschutz, so Röttgen.
Zwei neue Studien, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums durch Adelphi Consult erstellt wurden, untersuchen den Zusammenhang zwischen aktivem Klimaschutz und der Wahl der Kapitalanlage. Die Analysen des "Carbon Footprint (Kohlenstoff-Fußabdruck) von Kapitalanlageprodukten" belegen, dass auch private Geldanlagen erheblich mit Treibhausgas-Emissionen verknüpft sind.
Das Klimaschutzpotenzial ist hier enorm: So bringen klimafreundliche Kapitalanlagen durchschnittlich rund 42 Prozent weniger Treibhausgase mit sich als konventionelle Produkte. Das heißt: Bei 10.000 investierten Euro werden konventionell rund 5 Tonnen Treibhausgas-Emissionen mitfinanziert. Im Vergleich dazu spart die klimafreundliche Variante mehr als 2 Tonnen Treibhausgase ein.
Die zeitgleich veröffentlichte zweite Studie "Klimaschutz durch Kapitalanlagen" untersucht, inwiefern klimafreundliche Kapitalanlagen zum Klimaschutz beitragen können.
Klimafreundliche Investoren üben einen nennenswerten Einfluss auf Unternehmen aus – so die Ergebnisse der Studie „Klimaschutz durch Kapitalanlagen“. Während in einigen Technologieunternehmen bereits Finanzierungseffekte klimafreundlichen Kapitals nachgewiesen werden konnten, ist generell eine institutionelle Stärkung von Klimaaktivitäten in Unternehmen zu beobachten. Im Ergebnis hat dies zu einer verbesserten Treibhausgasberichterstattung sowie der Einhaltung strengerer Emissionsreduktionsziele geführt. Auch Produktionsprozesse und Produkte werden durch die Anforderungen der Investoren klimafreundlicher gestaltet. Die Studie benennt darüber hinaus auch Instrumente, die klimafreundliche Investoren nutzen sollten, um die positive Wirkung klimafreundlicher Kapitalanlagen weiter zu erhöhen. Es zeigt sich, dass gerade der Mittelstand bislang nur selten von klimafreundlichen Investoren erreicht wird.
Um das deutsche Klimaschutzziel für 2020 zu erreichen, die Reduktion des nationalen Treibhausgas-Ausstoßes um 40 Prozent verglichen mit dem Niveau von 1990, müssen in Deutschland jährliche Klimaschutz-Investitionen von über 30 Milliarden Euro getätigt werden. Aufgrund der hohen inländischen Beschäftigungswirkung und den immensen Kosteneinsparungen bei Energieimporten zahlen sich diese Investitionen für die gesamte Wirtschaft aus.

