Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Klima & Wirtschaft » Finanzen
Seite empfehlen

Wenn Klimarisiken unterbewertet werden - Germanwatch fordert Anlegerschutz (14.01.2011)

Bonn - Germanwatch hat heute (14.01.11) eine Studie vorgestellt, die sich mit Klagemöglichkeiten gegen Aktiengesellschaften und Kapitalanlagegesellschaften bei mangelhaftem Umgang mit Klimarisiken beschäftigt.

Weitere Optionen zum Schutz des Verbrauchers wurden ebenfalls von Deloitte Cert Umweltgutachter GmbH, die im Auftrag von Germanwatch die Studie erstellten, untersucht. Hierzu zählen die Weiterentwicklung des Lageberichts zu einem stärkeren Berichtsinstrument oder mögliche Sammelklagen gegen Investmentgesellschaften. Die Studie entstand im Rahmen des Verbraucherprojektes "für mich. für dich. fürs klima".

Bild: Pixelio/birgithAktien- und Investmentgesellschaften sind zunehmend mit erheblichen Klimarisiken konfrontiert. "Nicht immer werden diese allerdings angemessen im Risikomanagement abgebildet und gegenüber denen, die Aktien halten oder kaufen möchten, berichtet. Zum Teil ist dies auf fehlende Bewertungsmethoden zurück zu führen", bemängelt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer bei Germanwatch. Aktionären, Anteilseignern von Fonds oder Anlegern stehen in dieser Hinsicht zwar schon heute verschiedene Rechte zu. In vielen Fällen gelingt es aber noch nicht, Nachweise zu führen und diese Rechte durchzusetzen. Dies könnte sich in den kommenden Jahren ändern. "Die Zusammenhänge zwischen den direkten und regulativen Folgen des Klimawandels und den Risiken in der Unternehmensführung werden immer deutlicher feststellbar. Eine Verschärfung der geltenden rechtlichen Regelungen bezüglich der Berichtsinstrumente und eine Ausstattung der Verbraucherverbände mit (Klage-)Rechten Dritter würde für mehr notwendige Transparenz sorgen und die Macht für Verbraucher stärken", so Bals.

Das Handelsgesetzbuch schreibt vor, dass Aktiengesellschaften Klimarisiken in ihrem Risikomanagement berücksichtigen. Auch Lageberichte und Verkaufsprospekte müssen diese enthalten. "Im Sinne des Verbraucherschutzes muss die Darstellung von Risiken im Lagebericht noch weiter ausgestaltet werden", fordert Bals. In der Studie wird empfohlen, sowohl Kriterien zur Charakterisierung wesentlicher Risiken zu entwickeln als auch Vorgaben hinsichtlich der für die Bewertung der Risiken zu treffenden Annahmen einzuführen. "Es ist zu überlegen, ob man den Lagebericht von einem reinen Informationsinstrument für Anleger, Gesellschafter und Gläubiger hin zu einem haftungsrelevanten Berichtsinstrument entwickelt", erklärt Stefanie Holz, Autorin der Studie und Rechtsanwältin bei Deloitte Cert Umweltgutachter GmbH. Auf diese Weise könnten die vereinfachten Beweismöglichkeiten aus der Prospekthaftung übernommen werden, die schon heute Verbraucher schützen. Allerdings könnte auch das Verkaufsprospekt zum wesentlichen Instrument für dezidierte Informationen über Risiken weiterentwickelt werden. Entscheidend ist in jedem Fall eine klare zweckmäßig Abgrenzung zwischen den beiden Instrumenten.

Auch Investmentgesellschaften haben bereits Pflichten zur Berücksichtigung von direkten und indirekten Klimarisiken und deren Darstellung im Verkaufsprospekt. Deshalb könnten Anteilseigner von Investmentfonds grundsätzlich die dahinterstehenden Investmentgesellschaften verpflichten, (Klima-)Risiken in ihrer Unternehmenstätigkeit zu berücksichtigen. Hier könnte sich vor allem die Einführung von Sammelklagen lohnen, um die Rechte der Anteilseigner durch Dritte einzufordern. Auch die Ausstattung der Verbraucherverbände mit weiteren Rechten wird in diesem Sinne als Verbesserungsmöglichkeit identifiziert, da der einzelne Privatanleger häufig nicht seine rechtlichen Ansprüche geltend macht.

Die Studie "Anleger- und Klimarisiken. Rechtliche Ansprüche auf dem Finanzmarkt am Beispiel von Aktien- und Investmentgesellschaften" ist abrufbar unter www.germanwatch.org/corp/auk


Quelle: Germanwatch

© Bild: Pixelio/birgith



GLS Bank


17.04.2014

Brazil Kicks Off Carbon Neutral Goal for FIFA World Cup

Österreichischer Umweltminister Rupprechter fordert Mobilitätswende für Europa

Kirchen betreiben in Deutschland bereits rund 2.000 Solaranlagen

Sachsen-Anhalt erlaubt Behörden Kauf von teuren Öko-Autos

Union setzt Ministerin Hendricks beim Klimaschutz unter Druck

CO2 - Marktbericht vom 17.04.2014

16.04.2014

Braunkohleverstromung: Milliardengewinne auf Kosten des Klimas

Intelligente Energie: 20 Elektroautos mit SchwarmStrom starten Flottenversuch in Berlin

Polen wegen Nichteinhaltung der EU-Rechtsvorschriften über fluorierte Treibhausgase verklagt

Das energieeffiziente Büro:Trends zum Stromsparen am Arbeitsplatz

Studie unterstreicht Nutzen von Pumpspeicherwerken für Energiewende

Schweizer Bundesrat will Kyoto-Verpflichtung weiterführen

CO2 - Marktbericht vom 16.04.2014

15.04.2014

UBA-Studie: ''Treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050''

Neue Broschüre der EnergieAgentur.NRW: ''Klimaneutrale Veranstaltungen''

Veränderungen in der Landnutzung bewirken Erwärmung der Erdoberfläche

Zweiter Monitoring-Bericht ''Energie der Zukunft''

Geschäftsführerin der EU-Klimapartnerschaft: Privater, öffentlicher und akademischer Sektor können dem Klimawandel gemeinsam die Stirn bieten

Gabriel beklagt mangelnde weltweite Zusammenarbeit beim Klimaschutz

CO2 - Marktbericht vom 15.04.2014

14.04.2014

Auch Chemiker sehen sich in der Pflicht auf den Klimawandel zu reagieren

Schottische Unabhängigkeit beeinträchtigt Energiesektor


Carbon Tracker warnt vor Bedrohung der Finanzmärkte durch CO2-Blase in Bilanzen

Germanwatch und Brot für die Welt zum neuen IPCC-Bericht

Wegziehen oder Aufschütten? Malediven kämpfen gegen den Untergang

Branche für Minderung des Stromverbrauchs von Kaffeemaschinen

CO2 - Marktbericht vom 14.04.2014

13.04.2014

Kostet nicht die Welt: Wissenschaft rechnet Klimaschutz vor