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Studie: Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sind bei Energieeffizienz führend

Bild: Pixelio/rainersturmEine neue Roland Berger-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Maschinenbau einen großen Beitrag zum Energiesparen und damit zum Klimaschutz leistet.  Der Einsatz effizienter Technologien in den Anwenderbranchen der Industrie wird in den kommenden zehn Jahren von durchschnittlich 40 auf 67 Prozent steigen. Die Gesamthöhe der bereits erreichten und noch möglichen jährlichen Einsparungenentspricht dem Stromverbrauch von 80 Prozent aller Haushalte in Westeuropa. 

Der Maschinen- und Anlagenbau ist seit jeher "der Effizienz auf der Spur". Die Frage, die aber lange Zeit unbeantwortet blieb, lautete: Wie groß ist der ökonomische und ökologische Nutzen dieses Strebens nach höherer Effizienz? Roland Berger Strategy Consultants hat im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) diese Frage untersucht und nun eine Studie mit dem Titel "Der Beitrag des Maschinen- und Anlagenbaus zur Energieeffizienz" vorgelegt.

Studie maschinen- und anlagenbauerDas Ergebnis: Die durch Technologien des Maschinen- und Anlagenbaus bereits im vergangenen Jahrzehnt realisierten Energieeinsparungen sowie die in den kommenden zehn Jahren noch möglichen Einsparungen summieren sich auf knapp 1800 Petajoule pro Jahr. Das entspricht dem Strombedarf von rund 138 Millionen Haushalten - 80 Prozent aller Haushalte in Westeuropa. Gleichzeitig können alleine durch energieeffiziente Maschinen und Anlagen bis 2020 rund 25 Prozent der jährlichen deutschen CO2-Emissionen vermieden werden.

"Energieeffizienz spielt im Maschinen- und Anlagenbau heute und in Zukunft eine wichtige Rolle", sagt Torsten Henzelmann, Civil Economics-Experte und Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. "Sie verschafft den Anbietern und ihren Kunden Wettbewerbsvorteile." In der Studie "Der Beitrag des Maschinen- und Anlagenbaus zur Energieeffizienz", die Roland Berger Strategy Consultants im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) erstellt hat, haben die Experten ermittelt, dass durch effiziente Technologien des Maschinen- und Anlagenbaus in den vergangenen zehn Jahren heute bereits rund 630 Petajoule Energie pro Jahr eingespart werden. Das entspricht einer Senkung der Energiekosten um 6,7 Milliarden Euro. Dazu kommen in den nächsten zehn Jahren weitere Einsparpotenziale von knapp 1200 Petajoule pro Jahr, insgesamt also knapp 1800 Petajoule pro Jahr innerhalb von nur 20 Jahren. Mit dieser Energiemenge könnten 138 Millionen Haushalte jedes Jahr mit Strom versorgt werden, das entspricht rund 80 Prozent der Haushalte in Westeuropa.

Energieeffizienzsteigerungen nehmen zu

In allen Branchen der Industrie, die Produkte des Maschinen- und Anlagenbaus nutzen, wird die Energieeffizienz in den kommenden zehn Jahren verglichen mit dem vergangenen Jahrzehnt nochmal deutlich zunehmen. Dazu trägt zum einen bei, dass die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus laufend energieeffizientere Technologie entwickeln. Zum anderen spielt aber auch der verstärkte Einsatz der entsprechenden Produkte bei den Kunden sowie die effizientere Nutzung durch den Endanwender eine Rolle. So wird sich der Einsatz effizienter Technologien in den Anwenderbranchen der Industrie in den kommenden zehn Jahren von durchschnittlich 40 Prozent auf 67 Prozent erhöhen. Die Energieeffizienzsteigerungen werden dabei jeweils etwa zur Hälfte auf Basis bestehender Technologien sowie durch neue Technologien realisiert werden. Die drei wichtigsten technologischen Hebel werden die Verfahrensoptimierung, die Optimierung der Systemsteuerung und die Konstruktionsoptimierung bleiben.

Die Energieeinsparungen im Umwandlungssektor werden sich im kommenden Jahrzehnt im Vergleich zum vergangenen mehr als verdoppeln. Das Potenzial liegt dabei nicht nur in der Effizienzsteigerung bei den Produkten selbst, sondern vor allem in der Konstruktionsoptimierung und einer erhöhten Durchdringung, verbunden mit dem Ersatz alter Anlagen durch neue.

In der Industrie gibt es weitere Einsparmöglichkeiten auf der Anwenderseite: unter anderem die Optimierung von Produktionsprozessen und der maschinenübergreifenden Systemsteuerung sowie eine Verhaltensänderung von Mitarbeitern.

Wesentlicher Beitrag zur CO2-Reduktion

"Energiesparen bedeutet nicht nur verminderte Kosten, sondern auch Umweltschutz, denn weniger Energiebedarf heißt weniger CO2-Emissionen", sagt Ralph Büchele, Principal bei Roland Berger Strategy Consultants. Im Vergleich zu vor zehn Jahren sparen effizientere Maschinen und Anlagenheute in Deutschland bereits 71 Millionen Tonnen CO2 ein. In den kommenden zehn Jahren können darüber hinaus jährlich 198 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Das entspricht rund 25 Prozent der gesamten jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands (Basisjahr 2007). Den größten Anteil (rund 60 Prozent) steuert der Energieerzeugungssektor bei, in dem neben gesteigerter Effizienz vor allem der Austausch alter Technik Wirkung zeigt. Der Beitrag des deutschen Maschinenbaus zum Klimaschutz reicht durch seine starke Exportorientierung und seinen Weltmarktanteil von rund 20 Prozent jedoch weit über Deutschland hinaus. Henzelmann: "Auf Europa übertragen schätzen wir die Einsparungen auf fünf mal soviel wie in Deutschland." Fazit: Energieeffizienz ist ein "triple-win"-Geschäft: Ein Gewinn für den Maschinen- und Anlagenbau, ein Gewinn für die Kunden und ein Gewinn für Umwelt und Klima.


Quelle: Roland Berger Strategy Consultants



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