Im Produktionsprozess verstecken sich oft die größten Potentiale zur Einsparung. Die bereits bekannten allgemeinen Hinweise zielen meist auf eine Modernisierung der Pumpen und Antriebe, wie zum Beispiel der Druckluftanlage oder dem Lüftungssystem. Hier ist die eingesparte Kilowattstunde deutlich billiger zu bekommen, als zum Beispiel durch eine Sanierung der Gebäudehülle. Auch ein Austausch der Beleuchtung wird gerne empfohlen, da sich hier 10 bis 20 Prozent des Stromverbrauchs niederschlagen. Und so ließe sich die Liste guter Ratschläge von der kleinen Stellschraube bis zur Umstellung des Produktionsprozesses fast beliebig fortsetzen.
Doch wo herrscht im speziellen Einzelfall tatsächlich der größte Investitionsbedarf? Lässt sich ein bestimmter Prozess zunächst vielleicht am günstigsten durch geschicktes Lastmanagement optimieren oder muss eine größere Investition her? In einer Großbäckerei beispielsweise ist eine Wärmerückgewinnungsanlage an der Abluft des Ofens sicherlich sehr sinnvoll, aber entspricht der Ofen überhaupt noch dem aktuellen Bedarfsprofil der Bäckerei? Die Antwort auf die Frage, wo sich Einsparungspotential also tatsächlich langfristig und nachhaltig nutzen lässt, kann also durchaus knifflig zu finden sein.
Im selben Maß wie die Komplexität der Fertigungsprozesse steigt, sinkt die Gültigkeit von allgemeintauglichen Ratschlägen. „Ein Unternehmen definiert sich durch eine Vielzahl an Technologien und komplexen Prozessen, die sich unmittelbar beeinflussen. Energie-spartipps gehören daher in den privaten Haushalt, wo sich schon eine schaltbare Steckerleiste auf der Stromrechnung bemerkbar macht", so Christian Micksch, Geschäftsführer der SAENA. "In Unternehmen muss eine gezielte und individuelle Beratung erfolgen. Dann können wir die Einsparpotentiale auch beziffern, sie liegen je nach Ausgangssituation in den Betrieben bei Strom und Wärme zwischen 10 und 50 Prozent," erläutert Christian Micksch weiter.
Der wichtigste Tipp der Sächsischen Energieagentur - SAENA GmbH lautet daher: Bevor investive Effizienzmaßnahmen getätigt werden, sollte Sie sich unbedingt fachkundig beraten lassen. Der Sächsische Gewerbeenergiepass (SäGEP), der unter Federführung der SAENA entwickelt wurden ist, liefert für eine solche Beratung eine solide Basis. Geschulte Berater nehmen auf Grundlage dieses Instruments eine umfassende und standardisierte Analyse des Energiebedarfs und des tatsächlichen Energieverbrauchs vor. Sie zeigen Potentiale auf und bieten fundierte Entscheidungshilfen im Vorfeld von Investitionen an. Ein anonymes Benchmarking ermöglicht zusätzlich den brancheninternen Vergleich. Der Sächsische Gewerbeenergiepass ist damit ein bundesweit bislang einzigartiges Instrument für standardisierte Analyse, Beratung und Vergleich von Energieeffizienz in Unternehmen. Weitere Informationen zum SäGEP gibt es unter www.gewerbeenergiepass.de

