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Hintergrundwissen zur Verbannung der Glühbirne (29.08.2010)

Die klassische Glühbirne verschwindet schrittweise vom europäischen Markt. Nächste Etappe ist der 1. September. Dann trifft der Bannstrahl die 75-Watt-Birnen. Das Verbot spart Strom, bringt aber Probleme mit sich.

Berlin - Der Glühbirnen-Ausstieg der Europäischen Union erreicht am diesem Mittwoch die zweite Stufe. Es gilt dann ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für die althergebrachte 75-Watt-
Glühlampe - wie seit einem Jahr schon für die 100-Watt-Glühlampe. Ziel der Aktion ist Stromsparen und mehr Klimaschutz. Fragen und Antworten zum Thema:

Für welche Glühbirnen gelten die Regelungen?

Seit 1.9.2009 gilt das Verbot für herkömmliche Mattglas-Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Ab 1.9.2010 folgen Birnen mit mehr als 60 Watt, ein Jahr später solche mit mehr als 40 Watt und ab September 2012 Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind. Die gefragteste Birne ist bislang die mit 60 Watt Leistung.

Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken?

Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoff- oder LED-Lampen umsteigen. Mit der Verordnung werden aber keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt verschwinden.

Wie viel weniger Strom brauchen Energiesparlampen?

Sie wandeln nach Angaben des Umweltbundesamtes etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine viel größere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Nach einer Beispielrechnung des Umweltbundesamtes sinken die Stromkosten bei 10 000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle und hochwertige Energiesparlampe ausgetauscht wird. Beim Austausch aller Lampen in privatem Gebrauch würde sich der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um rund vier Millionen Tonnen verringern.

Muss ich alle Standard-Glühbirnen jetzt wegwerfen?

Nein. Alle Lampen können weiter verwendet werden und Restbestände noch verkauft werden. Die EU-Verordnung regelt nur, was künftig in den Handel gebracht werden darf.

Gibt es Umweltprobleme mit den neuen Leuchten?

Ja, denn sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Bundesweit gibt es 2200 Sammelstellen, davon 725 im Handel, die übrigen bei den Kommunen. Umweltschützer und der Hersteller Osram bemängeln, dass der Handel bislang kein flächendeckendes Rücknahmesystem anbietet.

Wie erkennt man, welche Energiesparlampe die richtige ist?

Ab September müssen die Hersteller auf den Packungen den Stromverbrauch, die Lebensdauer, die Zeit, bis die Lampe leuchtet, die Umrechnung zur alten Wattzahl und die Wärme des Lichts angeben. Die Lebensdauer von Energiesparlampen variiert je nach Qualität und Preis nach Expertenschätzungen zwischen 1500 und 15 000 Stunden. Häufiges Ein- und Ausschalten kann sie verkürzen. Eine klassische Glühbirne hält meist nur 1000 Stunden.

Wie funktionieren Glühbirnen und wie die neuen Lampen?

In klassischen Glühbirnen wird ein Glühfaden aus Wolfram mit Strom so stark erhitzt, dass er Licht abgibt. Ein Gasgemisch im Glaskolben verhindert das Schmelzen des Fadens. Energiesparende Leuchtstofflampen sind mit einem elektrisch leitenden Gas gefüllt, ihre Innenseite ist mit einem Leuchtstoff beschichtet. Andere Varianten sind Halogenlampen (mit Glühdraht) und Leuchtdioden (LED).


Von Bernd Röder und Marc-Oliver von Riegen, dpa



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