Bis 2015 werde die Sparte intelligente Netzlösungen mindestens einen Umsatz von 1 Milliarde Euro bringen, prophezeite der Telekom- Chef. Langfristig soll der Bereich ein zentrales Standbein des Unternehmens werden. Die Telekom werde weiterhin ein Telekommunikationskonzern sein: «Netze und Dienste bleiben im Zentrum unserer Aktivitäten», unterstrich Obermann.
Mit dem Vorstoß sei das Unternehmen genau zum richtigen Zeitpunkt in Märkte mit einem erheblichen Wachstumspotenzial eingestiegen. Obermann hatte bereits vor einigen Monaten seine künftige Strategie erläutert und erfolgversprechende Wachstumsfelder benannt. Dazu
gehören die Bereiche mobiles Internet, das vernetzte Heim, Internet-Angebote sowie neue Aktivitäten im Bereich der Geschäftskunden. Mit der Sparte intelligente Netzlösungen betritt die Telekom jetzt völlig neues Terrain.
Bei den intelligenten Stromnetzen, die derzeit in der Energiebranche vor dem Hintergrund des Ausbaus von erneuerbaren Energien und der Klimaschutzdebatte ein großes Thema sind, will der Bonner Riese unter anderem bei der Übertragung von Messdaten eine größere Rolle übernehmen. Gemeinsam mit dem Energietechnikunternehmen ABB arbeitet die Telekom derzeit an einer Lösung für die sogenannten smart grids. «Bei der Installation und Wartung der neuen Zähler können wir mit unserer IT- und Netzkompetenz helfen», sagte Obermann.
Dabei geht es um die optimale Steuerung von Stromproduktion und -verbrauch. Die anstehende Modernisierung der Stromnetze in Deutschland kostet die Stromversorger Investitionen in Milliardenhöhe. Allein in den USA würde der Aufbau von smart grids eine Summe von 165 Milliarden US-Dollar verschlingen, sagte Obermann.
Für das Auto soll heute noch Unmögliches schon bald Realität werden: Sprachgesteuerte Emails am Lenkrad versenden, Elektrogeräte zu Hause von unterwegs aus ein- oder ausschalten oder Surfen im Internet. Es geht um die Vernetzung von Elektroautos und um Flottensteuerung bei gleichzeitiger Erhöhung von Sicherheit und Effizienz. In diesen Bereichen sieht Obermann für die Telekom ebenso erhebliche Marktpotenziale wie bei der Vernetzung des Gesundheitswesens.

