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Hauseigentümer kritisieren «Sanierungs-Zwang» (07.09.2010)

Berlin - Die im Energiekonzept der Bundesregierung geplante Verschärfung der Sanierungsvorschriften für Gebäude stößt auf Kritik bei Hauseigentümern. Nach Schätzungen des Branchenverbandes Haus & Grund würde das Ziel, bis 2050 alle Gebäude auf einen CO2-freien Energieverbrauch umzustellen, zu einer Kostenexplosion führen.

Geplant ist neben einer besseren Sanierung, dass Gebäude im Idealfall die Wärme und den Strom, den sie verbrauchen, selbst produzieren.

Fachleute des Verbandes beziffern die Kosten für die energetische Sanierung eines in den 70er Jahren gebauten Einfamilienhauses mit 120 Quadratmetern Wohnfläche auf mindestens 70 000 Euro.«Der Zwang zu unwirtschaftlichen Maßnahmen verstößt gegen die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes», sagte der Generalsekretär des Verbandes, Andreas Stücke, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte vor schweren verfassungsrechtlichen Problemen. Viele Hausbesitzer könnten die Zusatzausgaben nicht stemmen. In Deutschland gibt es etwa 15 Millionen private Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer.

Wohnbausanierung Quelle: pixelio Autro: rainersturmDer Bauexperte der FDP-Fraktion, Patrick Döring, wies die Kritik zurück. «Mit einem langfristig angelegten Sanierungsfahrplan schaffen wir endlich verlässliche Rahmenbedingungen und Planbarkeit für die Eigentümer über Jahre.» Mieter und Vermieter hätten schließlich einen finanziellen Nutzen von einem stark sinkenden Energieverbrauch. Er forderte aber mehr Geld für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm.

Für den Haushalt 2011 plant Bauminister Peter Ramsauer (CSU) aber eine Halbierung der Bundeszuschüsse für dieses Programm auf knapp 450 Millionen Euro. Nach Auskunft von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) könnte mit mehr Energieeffizienz in 40 Jahren bis zu 50 Prozent an Energie eingespart werden.

Der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, begrüßte die neuen Regierungsziele sagte jedoch auch: «Mir fehlen aber konkrete ordnungspolitische Vorgaben, Regelungen zur Kontrolle und zum Vollzug und eindeutige Aussagen zu Fördermaßnahmen, wie zum Beispiel die künftige finanzielle Ausgestaltung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms.»

Der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl Robl, begrüßte angesichts möglicher Aufträge das Konzept: «Wir teilen die Auffassung der Bundesregierung, dass die energetische Sanierung des Gebäudebestandes der zentrale Schlüssel zur Modernisierung der
Energieversorgung und zum Erreichen der Klimaschutzziele ist.»

In dem Energiekonzept heißt es unter anderem, dass der Standard «Null-Emission» bis 2050 in der Novelle der Energieeinsparverordnung für Gebäude festgeschrieben werden soll. Bis 2020 müssten nur die am schlechtesten isolierten Gebäude saniert werden, die ohnehin meist renovierungsbedürftig seien. Wenn der Eigentümer die Ziele vorzeitig erfüllt, erhält er eine staatliche Förderung. Außerdem soll die CO2-Gebäudesanierungsprogramm besser ausgestattet werden.

Lesen Sie hier Hintergrundinformationen zum Thema


Quelle: dpa



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