Nicht das berühmt-berüchtigte "Licht aus" oder das richtige Lüften ist das zentrale Gebot zum Energie sparen, das Problem liegt tiefer, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.
„Wie gehe ich mit Energie um?“ hieß das Thema einer Podiumsdiskussion am 07. März 2012 anlässlich der Endverbrauchermesse „fdf - für die familie“ in Tübingen. Eingeladen waren Stephan Schunkert , Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation KlimAktiv aus Tübingen, Bernd Thomas Hamm von der Agentur für Klimaschutz Kreis Tübingen, Ulf Siebert, Unternehmer und Gastronom aus Tübingen und Jürgen Mayer, Bereichsleiter Süd der Drogeriemarktkette "dm".
Moderator Roland Steck vom Regionalsender RTF1 wollte möglichst konkret von seinen Gesprächsteilnehmern wissen, wie der Verbraucher am besten Energie spart. Das Wort "sparen", erklärten die Experten, sei vielleicht schon der falsche Ansatz. Maßgeblich ist, wie Energieeffizienz attraktiver dargestellt und aufbereitet werden kann. Denn so lange Energie sparen mit „Verzicht“ und „Sünde“ verknüpft wird, wird kaum einer Lust dazu haben. Die Experten waren sich einig: sexy muss es werden und Renommee versprechen. Wenn, so einer der Experten, die neue Heizung wie das neue Auto vor der Türe stände statt im Keller, wäre manch ein Zeitgenosse eher bereit, dafür Geld auszugeben.
Nachgefragt vom Moderator, ob die Menschen, die beispielsweise in die Energieberatung kämen, sexy sein wollten, räumten die Experten ein, dass man andererseits seine Situation nüchtern und sachlich analysieren sollte, um zu eigenen Ergebnissen zu kommen. Das ist dann nicht sexy - aber klug.
Ob man denn nicht einen konkreten Tipp habe, wo man mit dem Energie sparen beginnen wolle, hakte der Moderator nach. Den wollte keiner der Experten geben, weil die Lebenssituation jedes Einzelnen zu verschieden ist, als dass man ein Rezept wisse, das für alle passt. Die Möglichkeiten reichen von baulichen oder technischen Maßnahmen wie dem Austausch der Fenster oder der Installation einer Solaranlage bis hin zu neuen Lebensentwürfen, wie Schunkert mit einem Beispiel belegte. „Es kann ja sein, dass man sich als Single mit anderen zu einer WG zusammen tut“, erläuterte er. „Immer mehr Menschen leben nicht gerne alleine und dass der Kühlschrank dann für mehr als Einen läuft, ist ein Effekt, der nicht Ziel, aber Ergebnis der neuen persönlichen Verhältnisse ist.“

