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PwC-Studie: Appetit auf CO2-arme Wirtschaft (04.03.2010)

PwCKlimawandel und Umweltschutzauflagen sind für Unternehmen trotz dem Gipfeldebakel in Kopenhagen ein bedeutendes Thema. Eine neue PwC-Studie zeigt, dass sich die Wirtschaft einheitliche Rahmenbedingungen und verlässliche Regeln wünscht und bereit ist, Massnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen. CO2-Steuern, Emissionshandelssysteme und finanzielle Anreize finden in der globalen Wirtschaftswelt beachtlich breite Unterstützung.

Eine deutliche Mehrheit der befragten Führungskräfte ist der Meinung, dass der Klimawandel die Art und Weise der zukünftigen Geschäftstätigkeit stark beeinflusst. Ein Viertel erwartet Änderungen in Bezug auf die Regulierung und Einhaltung von Klimavorschriften, aber auch Kosteneinsparungen und Wettbewerbsvorteile. Außerdem wächst die Erkenntnis, dass der Klimawandel die Nachfrage nach neuen, innovativen Produkten und Dienstleistungen stärkt. Die Befragung wurde bei 700 Unternehmen in 15 Ländern, darunter die USA, UK, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Spanien, Schweden und die Tschechische Republik sowie China, Kanada, Russland, Brasilien, Indien, Südafrika und Australien, durchgeführt.

Appetite for change84 Prozent aller befragten Führungskräfte zeigen sich laut der Studie „Appetite for Change: Global business perspectives on tax and regulation for a low carbon economy“ überzeugt, dass der Klimawandel die Geschäftsmodelle von Unternehmen beeinflusst und bereits in den nächsten zwei bis drei Jahren verändert.

Eine wachsende Zahl von Unternehmen erarbeitet daher bereits heute Strategien, um den Klimawandel zu bewältigen, selbst wenn die Vorschriften erst entwickelt werden und noch nicht konkret sind. Neue Umweltschutzstrategien werden sich auf Betriebsabläufe, Kennzahlen und die Innovationstätigkeit für neue Produkte und Dienstleistungen auswirken. „Viele Führungskräfte wollen einen Beitrag an die Reduktion der globalen Erwärmung leisten und sind frustriert über die langsame Gangart der Politik in Bezug auf den Klimaschutz. Sie erarbeiten bereits jetzt Umweltschutzstrategien und wollen von den Regierungen wissen, wohin die Reise geht, damit sie die richtigen Investitionen tätigen können“, kommentiert Markus Nöthiger, Partner Consulting Services bei PricewaterhouseCoopers Schweiz.

Führungskräfte mit klimafreundlichen Strategien

Wie die Befragung zeigt, werden Führungskräfte neue Umweltschutzmaßnahmen zugunsten des Klimaschutzes unterstützen. 95 Prozent sind der Meinung, dass Umweltgesetze, -steuern und - regulierungen helfen können, eine globale Verständigung über ein Klimaschutzabkommen zu erreichen. Bezüglich der Strategien zur Begrenzung von CO2-Emissionen und zur Stabilisierung der globalen Erwärmung sind sich die Unternehmer einig, dass die Regierungen die Führungsrolle übernehmen sollten. Mehr als 50 Prozent der Führungskräfte in UK, China, Russland und Schweden denken, dass das Erwirken von Verhaltensänderungen in Bezug auf den Klimawandel primär eine politische Aufgabe ist. Erwartet werden insbesondere neue CO2- Maßnahmen wie etwa Abgaben oder Emissionshandelssysteme sowie striktere Standards in Bezug auf die Kraftstoff- und Energieeffizienz im Transport- und Gebäudebereich sowie bei Geräten.

Wunsch nach klaren Signalen seitens der Politik

Immer stärker wächst die Erkenntnis, dass der Klimawandel auch eine Nachfrage nach neuen, innovativen Produkten und Dienstleistungen generiert. Diejenigen Unternehmen, die mit innovativen Ideen als Erste auf den Markt kommen, werden einen Wettbewerbsvorteil erreichen. Unternehmer hoffen, dass Regierungen gemeinsam mit der Wirtschaft eine einheitliche und konsistente Klimapolitik schaffen können. Sie erwarten von der Politik klare Signale und Hinweise, um die richtigen Umweltinvestitionen tätigen zu können. 92 Prozent wünschen mehr Anreize für Investitionen in umweltfreundliche Aktivitäten und Technologien.

Zuckerbrot und Peitsche

55 Prozent der Führungskräfte deklarieren bereits existierende Umweltregulierungen wie Steuern, finanzielle Anreize und Emissionshandelssysteme als ineffektiv für die Herbeiführung von Verhaltensänderungen. Sie beurteilen die Compliance (85 Prozent), Unternehmensreputation (74 Prozent), Kosteneinsparungen (73 Prozent) und Wettbewerbsvorteile (67 Prozent) als die entscheidenden Faktoren, die das Umweltverhalten von Organisationen beeinflussen.

Bei der Frage, wie man Unternehmen dazu bringt, negative Umwelteinflüsse wirkungsvoll zu bekämpfen, sehen Führungskräfte die Antwort klar in einer Mischung aus „Zuckerbrot und Peitsche“. 86 Prozent votieren für Steueranreize, 83 Prozent für Regulierungsmaßnahmen.

Die Meinungen in Bezug auf die beste Art und Weise, einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt zu erzeugen, sind geteilt. Während europäische Führungskräfte eher zu einer CO2-Steuer tendieren, bevorzugen ihre Kollegen in Nordamerika und den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) Emissionshandelssysteme. Bei den CO2-Steuern gehören die Flexibilität und die Verfügbarkeit von Anreizen zu den größten Herausforderungen, bei Emissionshandelssystemen sind dies die Sicherheit und die einfache Handhabung.

Die Studie „Appetite for Change: Global business perspectives on tax and regulation for a low carbon economy" erhalten Sie auf den Seiten von pwc.com (Bild anklicken)


Quelle: pwc.ch



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