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Weniger Emissionen für Hamburgs Wasser (28.06.2010)

Der Hamburger Wasserversorger will seinen CO2-Ausstoß in den kommenden Jahren drastisch senken. Neben der technischen Erneuerung soll dazu die eigene regenerative Stromerzeugung beitragen.

Hamburg Wasser will sparen. Dabei geht es dem kommunalen Unternehmen, das zu den größten Wasserversorgern Deutschlands zählt, nicht um die Reduzierung des Wasserverbrauchs etwa an heißen Sommertagen, sondern um die Optimierung seiner Klimabilanz. Wir wollen unseren CO2-Ausstoß bis 2018 auf unter tausend Tonnen pro Jahr senken , kündigte Hamburg Wasser-Geschäftsführer Wolfgang Werner an. 1990 lagen wir noch bei 100.000 Tonnen. Doch selbst im Vergleich zu 2009 (60.000 t) wäre das noch eine Reduktion um 98%. Zur Erreichung seines Ziels will Werner auf zwei Säulen bauen.

Hamburg WasserDurch technologische Optimierung in der Wasserversorgung, aber vor allem der Abwasserbehandlung will das Unternehmen künftig zum einen effizienter wirtschaften. Zum anderen soll die Tochtergesellschaft Hamburg Energie regenerative Kraftwerke bauen, die CO2-freien Strom für den Eigenbedarf produzieren. Im Mittelpunkt der technischen Optimierungen steht die Kläranlage im Hafen der Hansestadt. Derzeit wird noch sehr viel Sauerstoff für die Reinigung der Abwässer benötigt , erläutert Sprecher Carsten Roth. So werden die Wasserbassins über eine Oberflächenbelüftung mit dem für die Zersetzung der Abwässer nötigen Gas versorgt. Durch die Einführung einer Druckbelüftung, bei der der Sauerstoff in das Wasser gepresst wird, könnten künftig 6 Mio Kilowattstunden und 3.000 t CO2 eingespart werden.

Auch die Prozesse in den Gärtürmen sollen weiter optimiert werden, so dass die Produktion von Biogas aus den Abwässern erhöht werden kann. Das bringt 4,4 Millionen Kilowattstunden extra. Die thermische Verwertung des Klärschlamms soll durch die bessere Auslastung der Kapazitäten ausgeweitet werden. Zum Beispiel indem wir mehr Klärschlamm aus anderen Kommunen einsetzen . Eine weitere Maßnahme ist die Abschaltung von Abwasserpumpwerken nach dem Neubau der Siele. Stattdessen nutzen wir das natürliche Gefälle für das Fließen des Wassers aus. Insgesamt kostet die Optimierung der Abwasserbehandlung die Hamburger Wasserwerke 21 Mio EUR. Die Investitionen sollen 18 Mio Kilowattstunden sowie 9.500 t CO2 jährlich einsparen.

Seit der letzten Heizperiode bewährt sich auch eines der deutschlandweit größten Projekte zur Rückgewinnung der Wärme aus dem Abwasser. Eine Siedlung im Hamburger Süden mit 215 Wohneinheiten wird seit dem vergangenen Winter von einer Gas-Wärmepumpe versorgt, die über einen Wärmetauscher mit den Abwassersielen verbunden ist. Diese Technologie sorgt für zwei Millionen Kilowattstunden Wärme im Jahr , erläutert Wasserwerk-Sprecher Roth. Die CO2-Einsparung betrage 700 t.

Doch mit diesen Maßnahmen alleine, so räumt auch Hamburg Wasser-Chef Werner ein, ist die geplante CO2-Reduktion nicht zu schaffen. Wir bauen eine eigene Struktur für die CO2-freie Stromversorgung auf , kündigte er an. So soll die Tochtergesellschaft Hamburg Energie an verschiedenen Standorten des Unternehmens Windkraftanlagen errichten. Die erste beiden befinden sich bereits in Bau. Wir haben 17 dezentrale Wasserwerke über Hamburg verteilt , sagt Sprecher Carsten Roth. Diese stehen vielfach in wenig besiedelten Naturräumen der Stadt. Das sind potenzielle Standorte für weitere Windkraftanlagen . Überschüssigen Strom könnten die Kraftwerke über die Energietochter als Ökostrom an deren Kunden verkaufen. Sparen zahlt sich dann für Hamburg Wasser sogar doppelt aus.


Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions / Oliver Ristau

© Hamburg Wasser



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