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Studie: Financed Carbon Footprint als Steuerungselement im Finanzmarkt ungeeignet (29.06.2010)

Bild: Pixelio/tinabAnalog zum „Product Carbon Footprint“ von Waren und Dienstleistungen ist von verschiedenen Seiten die Verwendung eines „Financed Carbon Footprints“ vorgeschlagen worden, um die Auswirkungen von Kapitalanlageprodukten auf das Klima zu beschreiben. Eine nun vorgelegte Studie zeigt, dass Reduktionen des Financed Carbon Footprints von Kapitalanlageprodukten nicht notwendigerweise durch Investitionen in klimafreundliche Technologien verursacht wird, sondern ganz andere Ursachen haben kann. Der Financed Carbon Footprint ist deshalb als Steuerungsgröße im Sinne des Klimaschutzes ungeeignet; dies gilt auch für Energieinvestitionen in Schwellenländern.

In einer heute (29.06.10) veröffentlichten Studie, die FutureCamp ClimateFinance für Germanwatch unter Beratung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) erstellt hat, wird die Relevanz des CO2-Fußabdrucks im Finanzmarkt (FCFP) kritisch beleuchtet. Das Beratungsunternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass dieser in jüngster Zeit viel diskutierte Ansatz die notwendigen Investitionen in die Transformation zur Niedrigemissionsgesellschaft nur begrenzt anregen kann.

Financed Carbon Footprint Germanwatch"Unsere Analyse zeigt, dass der CO2-Fußabdruck keinen Anreiz setzt, das Kernstück des notwendigen Umbaus, etwa im Energiebereich, anzugehen. Investitionen werden eher in bereits emissionsarme Sektoren wie den Dienstleistungsbereich gelenkt", so Jörg Doppelfeld, Autor der Studie von FutureCamp ClimateFinance. Ein kleiner CO2-Fußabdruck allein sei kein aussagekräftiger Indikator für eine positive Klimaschutzwirkung.

"Es ist dringend erforderlich, dass sich der Finanzsektor geeignete Instrumente schafft, um eine konstruktive Rolle bei der anstehenden Transformation des Energiesystems zu spielen. Nur was gemessen werden kann, kann auch gemanagt werden. Kompakte Indikatoren müssen sich aber an der tatsächlichen Klimaschutzwirkung von Umschichtungen der Kapitalanlagen und Aktivitäten der Finanzinstitute ausrichten", erklärt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Der Autor schlägt zwei Alternativen vor, die sich jeweils an branchenbezogenen Benchmarks orientieren. So könnte festgelegt werden, dass nur in Unternehmen investiert wird, die im jeweiligen Branchenvergleich niedrige Emissionen aufweisen. Alternativ dazu könnten Fonds auch solche Unternehmen auswählen, die sich verpflichten, ihre Emissionen gemessen am Branchenbenchmark um einen bestimmten Prozentwert zu vermindern. "Für die Hälfte der EU-Emissionen lässt die EU-Kommission derzeit solche Benchmarks entwickeln. Der Ansatz ist aber auch für andere Branchen nutzbar, etwa für den Immobiliensektor", sagt Armin Haas vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Dabei ist wichtig, dass das Anspruchsniveau der Benchmarks für alle Branchen in etwa vergleichbar ist."

Die Studie Financed Carbon Footprints - Herausforderungen bei der Erhebung und mögliche Auswirkungen auf Energieinvestitionen ist auf den Seiten von Germanwatch abrufbar (Bild anklicken).


Quelle: Germanwatch / zü



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