Die Selbstverpflichtungen der Gipfelteilnehmer, die Emissionen zu senken, genügten nicht, sagte UNEP-Direktor Achim Steiner. Weltweit müssten die Treibhausgasemissionen in den Jahren 2020 bis 2050 um 48 bis 72 Prozent sinken, teilte das Umweltprogramm auf Bali mit. Wenn die Treibhausgase in diesem Zeitraum jährlich um rund drei Prozent gesenkt würden, bestehe immerhin eine 50-prozentige Chance, den Anstieg der weltweiten Temperaturen unter zwei Grad Celsius zu halten.
Die - rechtlich nicht bindenden - Vereinbarungen auf dem Kopenhagener Klimagipfel seien zwar ein «Schritt in die richtige Richtung», sagte UNEP-Direktor Achim Steiner. «Aber selbst bei den besten Schätzungen sollte niemand annehmen, dass das ausreichen wird.»
Der UNEP-Jahresbericht stellte zudem einen Zusammenhang zwischen Rohstoffknappheit, Umwelt- und Klimaveränderungen und einer Häufung von Katastrophen und Konflikten her. So hätten 40 Prozent der bewaffneten Konflikte im vergangenen Jahr eine direkte Verbindung zur Konkurrenz um natürliche Ressourcen, heißt es darin. Von Mittwoch an beraten auf Bali Umweltminister aus aller Welt über Umweltprobleme. (Weitere Details hier)
Vor der nächsten UN-Klimakonferenz vom 29. November bis zum 10. Dezember im mexikanischen Cancún wird es noch wie geplant ein Arbeitstreffen vom 31. Mai bis 11. Juni ebenfalls in Bonn geben. De Boer verwies drauf, dass nun schon mehr als 100 Staaten ihre Pläne zum Klimaschutz eingereicht hätten. Er selbst hatte am vergangenen Donnerstag überraschend seinen Rücktritt zum 1. Juli dieses Jahres bekanntgegeben.

Bonn/Nairobi - Die Vereinten Nationen verstärken ihre Anstrengungen für ein neues Weltklimaabkommen. Das UN- Klimasekretariat lud am Dienstag kurzfristig zu einer zusätzlichen Konferenz vom 9. bis 11. April nach Bonn ein. Nach dem Klimagipfel von Kopenhagen bedeute das eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen, sagte UN-Klimachef Yvo de Boer. Unterdessen veröffentlichte das UN-Umweltprogramm eine Studie, nach der die Länder ihren Treibhausgasausstoß stärker als geplant reduzieren sollten.