In Mexiko City steht ab Ende November die nächste UN- Klimakonferenz («COP16») an. Hedegaard meinte, für dieses Treffen sei es sinnvoller, «politische Teilabkommen» und bei COP17 ein Jahr später in Südafrika eine umfassende und völkerrechtlich verbindliche Klimavereinbarung anzustreben.
UN-Klimachef de Boer fordert von Regierungen konkrete Konzepte
Nach Auffassung des scheidenden UN-Klimachefs Yvo de Boer sollten sich die Regierungen zunächst auf konkrete Klimaschutz-Konzepte konzentrieren. Ob die Ergebnisse beim nächsten Gipfel Ende des Jahres im mexikanischen Cancún in ein rechtlich verbindliches Vertragswerk fließen, sei zweitrangig, sagte de Boer am Freitag am Rande einer Umweltminister-Konferenz auf der indonesischen Insel Bali.
«Ich denke es ist wichtig, dass wir uns in Mexiko auf die Richtlinien zur Umsetzung [von Klimaschutzzielen] konzentrieren und danach entscheiden, welchen rechtlichen Charakter das bekommt», sagte der Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn. Er drängte reiche Länder, zügig Geld für Anpassungsmaßnahmen gegen den Klimawandel locker zu machen. Kurzfristig würden 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) gebraucht.
Beim Kopenhagener Treffen galt der Widerstand Chinas gegen bindende Selbstverpflichtungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen als wichtigster Grund für das Scheitern. Am Ende vereinbarten die knapp 200 beteiligten Länder nur eine unverbindliche Absichtserklärung, die bedrohliche Erwärmung des globalen Klimas auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

