Stern, der mittlerweile dem Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment an der London School of Economics (LSE) vorsteht, verglich die Atmosphäre in Kopenhagen mit jener der Studentenrevolten in den 1960ern als "chaotisch, belastend, ermüdend und enttäuschend". Die Teilnehmer hätten wenig Raum für wirkliche Verhandlungen gehabt. Stern riet jedoch davon ab, dem UN-Verhandlungsprozess den Rücken zu kehren, auch wenn dieser frustrierend sei.
Für Lord Stern ist der greifbarste Erfolg von Kopenhagen die Vereinbarung der reichen Nationen, einen Fonds für die ärmeren Staaten aufzubauen, um diesen bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen und deren Wirtschaft "grüner" zu machen. Stern gehört zu der Expertenrunde, die UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dabei helfen soll, über verschiedenste Hilfsmittel bis 2020 jedes Jahr 100 Mrd USD aufzutreiben. Kurzfristig sollen den bedürftigen Ländern von den westlichen Industriestaaten zwischen 2010 und 2012 rund 30 Mrd USD zufließen. Sollten diese Mittel nicht bald fließen, dann dürfte das ohnehin angeknackste Vertrauen der Entwicklungsländer in die Unterstützung durch die Industriestaaten weiter schwinden. (DJ)

