Ziel des knapp zweiwöchigen Treffens der Klima-Unterhändler ist die Vorbereitung des nächsten Weltklimagipfels Ende des Jahres in Cancún (Mexiko). Der Auftakt wurde von Demonstrationen von Umweltverbänden vor dem Konferenzgebäude begleitet. Sie forderten, dass die Regierungen nach dem weitgehend gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen müssten.
Mit einem vier Meter großen Mikado-Spiel demonstrierten Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). «Acht Mikado- Stangen mit den Fahnen der acht großen Industriestaaten USA, Japan, Kanada, Russland, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien symbolisieren die verzwickte Lage: Keines der Länder, die eine Vorreiterrolle beim internationalen Klimaschutz spielen müssen, bewegt sich. Jeder wartet ab, welche Vorleistungen andere erbringen», sagte BUND-Klimaexpertin Antje von Broock. In Bonn müssten die Industriestaaten verbindlich zusagen, ihre Klimagas-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren.
Die Zeit für Entscheidungen drängt. Ein neues Weltklimaabkommen ist angesichts vieler offener und strittiger Fragen nicht in Sicht. Auch die Fortführung des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls ist in der Schwebe. Auf der Bonner Konferenz soll wenigstens ein neuer Verhandlungstext erarbeitet werden, damit die weitere Richtung auf dem Weg nach Cancún abgesteckt wird. Ein verbindliches neues Weltklimaabkommen ist in Cancún noch nicht zu erwarten. Deshalb konzentrieren die Unterhändler ihre Bemühungen darauf, sich über möglichst viele Bausteine - wie etwa Waldschutz oder Transfer klimafreundlicher Technologie - für ein solches Abkommen zu verständigen.

