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Klimaschutz-Verhandlungen bleiben ohne Durchbruch (06.08.2010)

Image: Courtesy IISDBonn - Die Vorbereitungen für den nächsten Weltklimagipfel in Cancún (Mexiko) verlaufen zäh und ziellos: Eine fünftägige Bonner UN-Klimakonferenz brachte kaum Fortschritte. Vier Monate vor Cancún ist so gut wie klar, dass dort ein neuer umfassender Weltklimavertrag nicht mehr machbar ist. Weiter völlig offen blieb bei der bereits dritten großen Bonner UN-Vorbereitungskonferenz in diesem Jahr die strittige Minderung von Treibhausgasen.

Die mexikanischen Gastgeber und das UN-Klimasekretariat wollen in Cancún zumindest ein «Paket» an Teilvereinbarungen erreichen, das dann die Basis für ein späteres Abkommen bilden soll, wie beide Seiten erklärten. Umweltorganisationen kritisierten zum Abschluss der UN-Runde am Freitag in Bonn das schleppende Tempo der Verhandlungen, die das Erreichen von Vereinbarungen in Cancún gefährde.

Ein gutes halbes Jahr nach dem weitgehenden Scheitern des Kopenhagener Gipfels sind die Verhandlungen in Kernpunkten wie der Treibhausgas-Minderung weiter festgefahren oder ohne neue Bewegung wie bei den geplanten Finanzhilfen für ärmere Länder.

Anders als in Kopenhagen wird es - angesichts der bescheidenen Aussichten - in Mexiko mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nur zu Ministerverhandlungen kommen und nicht zu einem Treffen von Staats- und Regierungschefs, wie der mexikanische Delegationsleiter Luis Alfonso de Alba Gongora signalisierte. Vor Cancún gibt es nur noch eine offizielle UN-Vorbereitungsrunde im Oktober in Tianjin (China).

Weiter unklar blieb in Bonn, was für ein Abkommen für den globalen Klimaschutz angestrebt werden soll. Die Optionen reichen von einem einzigen neuen Weltklimavertrag bis zu mehreren Abkommen, wobei auch noch die rechtliche Verbindlichkeit ungeklärt ist.

Der zeitliche Druck wächst: Ende 2012 läuft die erste Phase des Kyoto- Protokolls von 1997 aus. Wie mit dem Protokoll weiterverfahren werden soll, blieb in Bonn strittig.

«Die Chancen für ein Klimafolgeabkommen in Cancún tendieren nach den Bonner Verhandlungen gegen Null», meinte der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser.

In Bonn seien «viel zu wenig Fortschritte erzielt worden», sagte der Politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, der Nachrichtenagentur dpa. «Es wird nun schwer sein, in Cancún selbst die anvisierten Teilvereinbarungen zu erreichen.»

Quelle: dpa

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