Zudem sei ihm in einer vorherigen Sitzung nicht die Möglichkeit gegeben worden, seine Kritik an den Kompromisspapieren zu äußern. Bolivien sei nicht bereit, ein Dokument mitzutragen, dass die Erderwärmung nicht ausreichend begrenze. «Dieses Dokument muss umfassend diskutiert werden», forderte Solón.
Die mexikanische Außenministerin, Patricia Espinosa entschuldigte sich als Präsidentin des Gipfels bei Solón, dass sie seine frühere Wortmeldung übersehen habe und warb für die Kompromisspapiere.
Das erste von der mexikanischen Präsidentschaft vorgelegte Papier umfasst die Fortführung des Kyotoprotokolls, das zweite die Klimaziele der USA und der Entwicklungsländer, darunter Bolivien. Beide Papiere könnten zusammen zu einem neuen Weltklimavertrag führen. Allerdings muss das Plenum den Entwürfen noch zustimmen, kann auch noch Änderungen einfügen oder alles ablehnen. Dies wäre bereits der Fall, wenn Bolivien bei seiner harten Linie bleibt.
Außer von Bolivien zeigte sich zunächst keine weitere Ablehnung. Der Vertreter von Peru lobt die Papiere ausdrücklich, genauso wie die transparente Verhandlungsführung Espinosas. Sie sprach angesichts der konzentrierten, ergebnisorientierten Arbeit der Staaten von «einem neuen Geist des Multilateralismus», der von Cancún ausgehen könnte.

