Ein schlechtes Abkommen diene dem Klima nicht. Nach Ansicht von Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, sollte ein neues Klimaabkommen alle wichtigen Stahlstandorte einbeziehen. Allein auf China entfallen nach seinen Angaben heute mehr als 50% der weltweiten Emissionen der Stahlindustrie. Anders als im Kyoto-Protokoll müssen alle bedeutenden Stahlregionen und somit auch die Schwellenländer, wie insbesondere China, Indien, Brasilien und Russland, in die Verpflichtungen zur Emissionsminderung einbezogen werden , fordert Kerkhoff.
Während für Industrieländer absolute Reduktionsziele angesteuert würden, böten Schwellenländer lediglich eine Begrenzung des Emissionswachstums an. Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Stahlindustrie seien aber nur zu vermeiden, wenn in allen wichtigen Stahlregionen der Welt vergleichbare Minderungsziele vorgegeben werden. Solange das Abkommen keine gleichen Wettbewerbsbedingungen gewährleistet, müssen der Stahlindustrie CO2-Zertifikate in der EU auf Basis technisch und wirtschaftlich erreichbarer Benchmarks vollständig kostenlos zugeteilt werden , fordert der Stahlverbandpräsident. Zudem sollte die EU bei Finanzierungszusagen den europäischen Volkswirtschaften und ihren Industrien keine Finanzmittel entziehen, die sie selbst für Reduktionsmaßnahmen und die Entwicklung neuer Technologien benötigten, mahnt Kerkhoff. Ansonsten würde dies zu einer Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Perspektiven der EU führen. (DJ)

